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Jugendliche bangen seltener ums Klima

Weniger Klima-Angst bei Jugendlichen – trotz Hitzewellen und Bränden in Europa. Warum kippt die Stimmung plötzlich?

01.05.2026, 06:00 Uhr

Studie: Klimawandel verliert für Jugendliche an Priorität

Der Klimawandel ist für viele Jugendliche in Deutschland offenbar nicht mehr so zentral wie noch vor wenigen Jahren. Das geht aus einer repräsentativen Erhebung des Sinus-Instituts im Auftrag der Krankenkasse Barmer hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Demnach bezeichneten im Jahr 2025 nur noch etwa vier von zehn Jugendlichen das Thema als sehr wichtig. 2021 lag dieser Wert noch bei ungefähr sechs von zehn. Zugleich stieg der Anteil derjenigen, die den Klimawandel als unwichtig einstufen, von 9 auf 17 Prozent.

Für die Untersuchung wurden vom 16. Oktober bis zum 20. November bundesweit 2.000 Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren online befragt.

Auch die persönliche Sorge vor den Folgen der Erderwärmung ist laut der Studie zurückgegangen. 31 Prozent der Jugendlichen gaben 2025 an, große Angst vor dem Klimawandel zu haben. Vier Jahre zuvor waren es noch 39 Prozent. Gleichzeitig sagte gut ein Fünftel, überhaupt keine Angst zu verspüren – 2021 waren es noch 14 Prozent. Unverändert blieb dagegen der Anteil der Jugendlichen mit gemischten Gefühlen: Er liegt weiterhin bei 47 Prozent.

Trotz des sinkenden Stellenwerts unter Jugendlichen hat sich die Klimakrise nach Einschätzung von Experten keineswegs entschärft. Vielmehr treten die Folgen in Europa immer deutlicher zutage. Nach Angaben von WMO-Chefin Celeste Saulo erwärmt sich Europa seit den 1980er Jahren doppelt so schnell wie der globale Durchschnitt. Im Jahr 2025 wurden auf dem Kontinent unter anderem ein massiver Verlust von Schnee- und Eisflächen, Dürren, Hitzewellen, Waldbrände und eine starke Erwärmung der Meere registriert – vielfach auf Rekordniveau.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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