Fußball

Nach Jubel-Geste: Hoeneß schießt gegen Bayern-Profi Karl

Ballack-Zoff, provokanter Jubel – jetzt schießt Hoeneß gegen Bayern-Teen Karl zurück. Was steckt hinter dem Sticheln?

08.11.2026, 15:20 Uhr

Hoeneß stichelt gegen Bayern-Talent Karl

Im Wirbel um Lennart Karl hat Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß erneut Spitzen gegen den jungen Offensivspieler gesetzt. In einer Fernsehsendung wurde Hoeneß darauf angesprochen, ob er sich von Karls jüngster Jubelaktion provoziert gefühlt habe. Der 18-Jährige hatte nach seinem Tor beim 2:0 in der Champions League bei Atlético Madrid mit einer "Bla-Bla"-Geste offenbar auf die öffentliche Kritik reagiert.

Hoeneß erklärte im BR-"Sonntags-Stammtisch", dass ihn diese Szene nicht beschäftigt habe. Zugleich legte er mit einer ironischen Bemerkung nach: "An 50 Prozent seiner Tore in den vergangenen Tagen habe ich meinen Anteil." Damit wollte der langjährige Bayern-Manager deutlich machen, dass seine Aussagen Karl zusätzlich angespornt hätten.

Hoeneß will junge Profis bremsen

Zuvor hatte Hoeneß dem Nachwuchsspieler mehr Bescheidenheit nahegelegt. Danach war es zu Spannungen zwischen der Bayern-Führung und Karls Berater Michael Ballack gekommen. Sportlich liefert Karl derweil weiter ab: Auch beim 2:1 in Mainz traf er. Zudem wurde er von Bundestrainer Jürgen Klopp für die anstehenden Nations-League-Spiele berufen.

Hoeneß betonte, dass es aus seiner Sicht zur Verantwortung erfahrener Funktionäre gehöre, jungen Spielern Orientierung zu geben. Mit seiner Erfahrung könne er einem 18-Jährigen wichtige Hinweise mitgeben. Wenn solche Ratschläge nicht mehr angenommen würden, sei das bedenklich, sagte er sinngemäß. Gerade die Welt der Influencer bezeichnete Hoeneß als künstlich und wenig hilfreich. Deshalb müssten Vereine junge Profis auch immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholen.

Uli Hoeneß
Will junge Spieler weiter kritisieren dürfen: Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß. (Archivbild) Quelle: Peter Kneffel/dpa

Lob für Kane und dessen hohen Verdienst

Für gestandene Stars gelte das jedoch nicht in gleicher Weise, stellte Hoeneß klar. Spielern wie Harry Kane müsse man nichts mehr erklären. Dessen Vertragsverlängerung bis 2029 und das damit verbundene hohe Gehalt hält Hoeneß für völlig gerechtfertigt. Kane bringe dem Verein jeden Euro wieder ein, den er verdiene, sagte er.

Dabei verwies Hoeneß nicht nur auf die sportliche Klasse des englischen Nationalmannschaftskapitäns, sondern auch auf dessen Strahlkraft für das Image des FC Bayern.

Freundschaftsspiel in Nairobi als Beispiel

Als Beleg nannte Hoeneß ein internationales Testspiel: Am 5. Januar soll Bayern in Nairobi gegen Ajax Amsterdam zur Eröffnung des Nationalstadions antreten. Dafür erhalte der Club laut Hoeneß vom kenianischen Staat drei Millionen Euro. Eine solche Summe werde nur gezahlt, wenn ein Verein international bekannte Spitzenspieler wie Harry Kane oder Michael Olise im Kader habe.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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