Tesla will Produktion des Cybertruck wohl 2027 beenden
Teslas auffälliger Elektro-Pick-up Cybertruck steht offenbar schon wieder vor dem Aus. Noch bevor das Modell in Europa eingeführt wurde, kündigte Konzernchef Elon Musk an, dass die Fertigung im Werk in Texas Mitte kommenden Jahres enden soll. Der frei werdende Platz ist laut Musk für die Produktion des Cybercab vorgesehen, eines Robotaxis ohne Lenkrad und Pedale.
Bislang wird der Cybertruck ausschließlich in der Gigafactory Texas gebaut. Dort entsteht das Fahrzeug mit seiner markanten Karosserie aus dickem Edelstahl. Zwar ließ Musks Formulierung theoretisch offen, dass die Herstellung an einen anderen Standort verlagert werden könnte. Ein solcher Schritt wäre jedoch aufwendig – zumal der Cybertruck kommerziell hinter den Erwartungen zurückblieb.
Deutlich weniger Nachfrage als geplant
Ursprünglich hatte Musk in Aussicht gestellt, dass Tesla den Cybertruck in der Endausbaustufe mit einer Kapazität von bis zu 250.000 Fahrzeugen pro Jahr produzieren könne. Offizielle Verkaufszahlen nennt Tesla für das Modell nicht. Branchenbeobachter gehen jedoch davon aus, dass die tatsächliche Nachfrage weit darunter liegt.
Nach Angaben des von Bloomberg zitierten Barclays-Analysten Dan Levy liegt die derzeitige Jahresproduktion bei nur rund 20.000 Fahrzeugen. Die mögliche Kapazität wird demnach auf etwa 125.000 Einheiten geschätzt.
Polarisierendes Design und verspäteter Marktstart
Vorgestellt wurde der Cybertruck bereits 2019, die Serienproduktion begann allerdings erst 2023 – und damit mit deutlicher Verspätung. Das kantige, ungewöhnliche Design sorgte von Beginn an für kontroverse Reaktionen. Musk hatte später selbst eingeräumt, dass das schwere und eckige Fahrzeug für einen Verkauf in Europa wohl angepasst werden müsste.

Strategisch setzt Musk inzwischen zunehmend auf autonomes Fahren und humanoide Roboter. Im Tesla-Stammwerk im kalifornischen Fremont wurde bereits die Fertigung der Modelle S und X gestoppt, um Kapazitäten für die Herstellung des Roboters Optimus zu schaffen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber