Politik

Lawrow macht Goethe-Institut in Russland dicht

Nach Drohnen-Schock in Leipzig: Russland macht das Goethe-Institut dicht – was steckt wirklich hinter dem harten Schritt?

03.09.2026, 05:12 Uhr

Russland will nach Angaben von Außenminister Sergej Lawrow die Goethe-Institute im eigenen Land schließen. Laut der Nachrichtenagentur Interfax bezeichnete Lawrow den Schritt beim Östlichen Wirtschaftsforum in Wladiwostok als Reaktion auf die angekündigte Schließung des Russischen Hauses in Berlin.

Hintergrund ist der Fund einer mit Sprengstoff beladenen Drohne am Flughafen Leipzig/Halle. Die Bundesregierung hatte daraufhin Maßnahmen gegen russische Einrichtungen angekündigt. Berlin macht Moskau für den versuchten Angriff verantwortlich.

Nach Angaben des Goethe-Instituts gibt es neben der Hauptstelle in Moskau auch Einrichtungen in St. Petersburg und Jekaterinburg. Lawrow sagte, diese würden „natürlich“ geschlossen, nachdem das russische Kulturzentrum aus Berlin verdrängt worden sei. Deutschland nehme damit bewusst in Kauf, dass dies das Ende der deutschen kulturellen Präsenz in Russland bedeute.

Trotz der Spannungen im Verhältnis zum Westen wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine habe das Goethe-Institut bislang weiterarbeiten können, sagte Lawrow. Es zählt zu den letzten noch in Russland tätigen deutschen Einrichtungen. Zahlreiche andere Stiftungen und Organisationen wurden in den vergangenen Jahren in Russland als unerwünscht eingestuft und damit faktisch verboten.

Bereits am Vortag hatte das russische Außenministerium den Geschäftsträger der Deutschen Botschaft in Moskau einbestellt. Anlass seien nach russischer Darstellung die antirussischen Schritte und Äußerungen der deutschen Führung nach dem Drohnenfund in Leipzig/Halle gewesen.

Moskau weist jede Verantwortung für den Vorfall zurück. Die Vorwürfe einer russischen Beteiligung seien völlig unbegründet, erklärte das Außenministerium. Zugleich warf die russische Seite Berlin eine offene Provokation vor und drohte mit einer harten Antwort.

Russland kündigte zudem weitere Gegenmaßnahmen an. Als möglich gilt unter anderem die Schließung des Generalkonsulats in St. Petersburg. In der Vergangenheit hatten beide Seiten bereits wechselseitig Konsulate geschlossen.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt und Außenminister Johann Wadephul hatten Russland in dieser Woche für den Drohnenvorfall von Anfang August verantwortlich gemacht und Strafmaßnahmen angekündigt. Wadephul zufolge soll unter anderem das russische Konsulat in Bonn geschlossen werden.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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