Mehr als jeder zweite Mensch in Deutschland spricht sich gegen die von der Regierungskoalition geplante Ausweitung sachgrundloser Befristungen bei Neueinstellungen aus. Das zeigt eine aktuelle YouGov-Umfrage im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur. Demnach lehnen 54 Prozent der Befragten die Reform ab, während 26 Prozent sie unterstützen.
Dabei gaben 33 Prozent an, die Pläne voll und ganz abzulehnen, weitere 21 Prozent äußerten sich eher ablehnend. Auf der anderen Seite befürworten 8 Prozent die Reform uneingeschränkt, weitere 18 Prozent stehen ihr eher positiv gegenüber. 19 Prozent machten keine Angaben oder waren unentschlossen.
Für die Erhebung wurden am 2. und 3. Juli insgesamt 6.200 Erwachsene in Deutschland befragt. Nach Angaben des Instituts ist die Umfrage repräsentativ für die Bevölkerung ab 18 Jahren.
Befristungen ohne sachlichen Grund sollen deutlich länger möglich sein
Im Rahmen ihrer Sozialstaatsreformen will die Koalition die Regeln für befristete Arbeitsverträge lockern. Vorgesehen ist, dass für Beschäftigte, die bis Ende 2030 eingestellt werden, sachgrundlose Befristungen künftig für einen Zeitraum von bis zu 48 Monaten erlaubt sind. Außerdem sollen diese Verträge bis zu sechsmal verlängert werden können. Das geht aus den Beschlüssen des Koalitionsausschusses hervor.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber