Hallbergmoos stimmt für Rüstungsstandort von Helsing
Die Bürgerinnen und Bürger von Hallbergmoos haben sich in einem Bürgerentscheid mehrheitlich für die Ansiedlung des Militärdrohnen-Herstellers Helsing ausgesprochen. Nach Angaben der Gemeinde votierten bei dem Ratsbegehren 59 Prozent dafür, die planungsrechtlichen Voraussetzungen für einen Standort der Rüstungsindustrie zu schaffen. 41 Prozent lehnten das Vorhaben ab.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) wertete das Ergebnis als Beitrag zur Sicherheit. Auf der Plattform X schrieb er, nur wer sich verteidigen könne, werde nicht angegriffen. Dafür brauche Deutschland möglichst viel eigene Entwicklung und Produktion von Verteidigungsgütern im Inland.
Auch Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) begrüßte die Entscheidung. Das Votum zeige, dass in der Gemeinde sowohl die großen wirtschaftlichen Chancen als auch die Verantwortung zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit Deutschlands erkannt worden seien, erklärte er.
Mindestens 300 neue Jobs sollen entstehen
In der Gemeinde im Landkreis Freising soll ein Zentrum für Verteidigungstechnologie entstehen, das Forschung, Softwareentwicklung und industrielle Fertigung an einem Ort bündelt. Laut Kommune sollen dadurch mehr als 300 Arbeitsplätze geschaffen werden. Der Baubeginn für das neue Rüstungszentrum ist demnach für das kommende Jahr vorgesehen.
Helsing hatte angekündigt, einen dreistelligen Millionenbetrag in eine neue Fabrik nahe dem Münchner Flughafen investieren zu wollen. Das Unternehmen produziert unter anderem Kampfdrohnen, die auch in der Ukraine eingesetzt werden. Ein wichtiger Entwicklungsbereich von Helsing ist die KI-gestützte Steuerung von Drohnen.
Bereits im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen den Allgäuer Flugzeughersteller Grob übernommen. Im Grob-Werk in Tussenhausen plant Helsing in den nächsten Jahren unter dem Projekttitel „CA-1 Europa“ die Entwicklung eines unbemannten Kampfflugzeugs.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber