Bayern dominiert erneut das Ranking der wirtschaftsstärksten Regionen
Bayern stellt in einer neuen Auswertung der wirtschaftlich stärksten Regionen Deutschlands erneut die Spitze. Im Regionalranking von IW Consult belegen der Landkreis München und die Landeshauptstadt wie schon zuvor die ersten beiden Plätze. Für eine Überraschung sorgt diesmal jedoch der Landkreis Tirschenreuth im Oberpfälzer Wald, der erstmals Rang drei erreicht.
Unter den zehn führenden Regionen bundesweit kommen damit sieben aus Bayern. Neben Tirschenreuth zählen dazu auch Starnberg auf Platz fünf sowie Erlangen-Höchstadt, Miesbach und Ebersberg auf den Rängen acht bis zehn.
Hohe Wirtschaftskraft, aber Schwächen bei der Dynamik
Abgesehen von Bayern ist in den Top Ten nur Hessen vertreten. Dort schaffen es Frankfurt am Main sowie zwei angrenzende Landkreise in die Spitzengruppe. IW Consult, eine Tochtergesellschaft des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln, veröffentlicht das Regionalranking seit 2016 im Abstand von zwei Jahren. Seit Beginn liegen bayerische Kommunen bei der erreichten Wirtschaftsstärke vorn.
Weniger überzeugend fällt das Bild im Bereich der wirtschaftlichen Dynamik aus, also beim Tempo der Veränderung und Entwicklung. Zwar landet Tirschenreuth auch in dieser Kategorie auf Platz drei, weitere bayerische Regionen sind dort jedoch nicht in der Spitzengruppe vertreten. Stattdessen tauchen drei Kommunen aus Bayern unter den zehn schwächsten Regionen bei der Dynamik auf: Ansbach auf Rang 392, Straubing auf 396 und Dingolfing-Landau auf 397.

Tirschenreuth punktet mit Industrie, Forschung und aktiver Wirtschaftspolitik
Der Erfolg des Landkreises Tirschenreuth beruht der Studie zufolge auf einer engen Verbindung von Produktion, unternehmerischer Steuerung sowie dem Ausbau industrieller Forschung und Entwicklung. Hinzu komme eine aktive Wirtschaftspolitik des Landratsamts. In dem Grenzlandkreis zu Tschechien hat unter anderem der weltweit bekannte Spezialglashersteller Schott seinen Sitz.
Für das Ranking wertet IW Consult insgesamt 14 Merkmale aus, die drei Bereichen zugeordnet werden: Lebensqualität, Wirtschaftsstruktur und Arbeitsmarkt. Berücksichtigt werden dabei unter anderem private Schulden, die Steuerkraft der Kommunen, die Arbeitslosenquote und die Erwerbsbeteiligung von Frauen. Auch Faktoren wie die Ärztedichte, Kriminalität und der Anteil an Grünflächen fließen in die Bewertung ein.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion