Wirtschaft

Irankrieg: Warum MTU jetzt das Schlimmste plant

Jahrelang trotzte die Luftfahrt jeder Krise – doch ausgerechnet der Irankrieg könnte den Höhenflug abrupt stoppen.

30.04.2026, 14:38 Uhr

Der Münchner Triebwerksbauer MTU Aero Engines stellt sich nach Jahren des Wachstums auf mögliche Folgen des Kriegs mit dem Iran ein. Finanzvorständin Katja Garcia Vila sagte bei der Vorlage der Zahlen zum ersten Quartal, das Unternehmen entwerfe bereits Szenarien für einen länger andauernden Konflikt und könne bei Bedarf gegensteuern. Hintergrund ist die Sorge, dass die zivile Luftfahrt unter den Auswirkungen des Kriegs leiden könnte. Derzeit sieht MTU jedoch noch keine gravierenden Störungen.

Sollten die Kerosinpreise dauerhaft hoch bleiben, erwartet Konzernchef Johannes Bussmann, dass Airlines ältere und verbrauchsintensivere Maschinen eher aus dem Betrieb nehmen. MTU sieht sich dabei im Vorteil, weil das Unternehmen bei effizienteren Antrieben gut positioniert ist.

Zivile Luftfahrt bleibt bislang Wachstumstreiber

Seit dem Ende der Corona-Pandemie hat sich der zivile Flugverkehr deutlich belebt. In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres spürte MTU nach eigenen Angaben noch keine negativen Folgen des Iran-Kriegs. Der Umsatz legte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um sechs Prozent auf 2,2 Milliarden Euro zu. Der um Sondereffekte bereinigte operative Gewinn stieg ebenfalls um sechs Prozent auf 320 Millionen Euro und lag damit über den Erwartungen vieler Analysten.

An den Zielen für das Gesamtjahr hält der Vorstand fest. Belastet wurde das Ergebnis allerdings durch den schwächeren US-Dollar, da Verkehrs- und Frachtflugzeuge international meist in Dollar gehandelt werden. Der Nettogewinn sank deshalb um elf Prozent auf 200 Millionen Euro.

Militärgeschäft mit stärkstem Zuwachs

Den größten prozentualen Umsatzanstieg erzielte MTU im ersten Quartal im Rüstungsbereich. Dort kletterte der bereinigte Umsatz um 25 Prozent auf 142 Millionen Euro. Allerdings fällt dieses Segment im Vergleich zum zivilen Geschäft weiterhin deutlich kleiner aus.

Für das Gesamtjahr rechnet das Unternehmen unverändert mit einem Umsatz zwischen 9,2 und 9,7 Milliarden Euro. Beim bereinigten operativen Gewinn peilt MTU 1,35 bis 1,45 Milliarden Euro an und damit mindestens das Niveau des Vorjahres.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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