3sat zeigt vier bemerkenswerte Produktionen vom Theatertreffen
Unter dem Motto „Starke Stücke“ bringt 3sat in diesem Jahr vier der zehn zum Theatertreffen eingeladenen Inszenierungen auf den Bildschirm. Gezeigt werden Produktionen aus München, Wien und Zürich.
Drei Aufführungen laufen jeweils samstags um 20.15 Uhr im Fernsehen, und zwar am 2., 9. und 16. Mai. Eine weitere, rund sieben Stunden lange Inszenierung, ist am Sonntag, 10. Mai, zeitversetzt in der 3sat-Mediathek zu sehen. Alle vier Produktionen bleiben dort etwa ein Jahr lang abrufbar.
Samstag, 2. Mai, 20.15 Uhr: „Fräulein Else“
Den Anfang macht „Fräulein Else“ vom Volkstheater Wien, basierend auf Arthur Schnitzlers Novelle aus dem Jahr 1924. Die Bühnenfassung stammt von Leonie Böhm, die auch Regie führt, gemeinsam mit Julia Riedler, die zugleich die Hauptrolle übernimmt.
Die etwa 90-minütige Inszenierung beschäftigt sich mit dem Druck, dem junge Frauen ausgesetzt sind — zwischen familiären Erwartungen, moralischen Forderungen und eigenen Wünschen. Als konzentriertes Kammerspiel richtet die Aufführung den Blick ganz auf die innere Welt der Titelfigur und arbeitet mit einer bewusst reduzierten Bildsprache.
Samstag, 9. Mai, 20.15 Uhr: „Mephisto“
Am zweiten Samstag folgt Jette Steckels Bühnenfassung von Klaus Manns Roman „Mephisto“ an den Münchner Kammerspielen. Im Zentrum steht die Frage nach Verführung, Anpassung sowie Verantwortung gegenüber Machtstrukturen.
Die an Gustaf Gründgens angelehnte Geschichte verfolgt den Aufstieg des Schauspielers Hendrik Höfgen in den 1930er-Jahren. Seine Rolle wird von Thomas Schmauser gespielt, der dafür bereits mehrfach ausgezeichnet wurde. Die Aufführung hat eine Länge von mehr als drei Stunden.
Samstag, 16. Mai, 20.15 Uhr: „Il Gattopardo“
Mit „Il Gattopardo“ ist auch der berühmte Roman „Der Leopard“ von Giuseppe Tomasi di Lampedusa vertreten. Das Werk schildert den Niedergang einer sizilianischen Adelsfamilie im 19. Jahrhundert und ist eng an die Familiengeschichte des Autors angelehnt.
Internationale Bekanntheit erlangte der Stoff vor allem durch die Verfilmung von Luchino Visconti aus dem Jahr 1963 mit Burt Lancaster, Alain Delon und Claudia Cardinale. Zudem existiert eine Netflix-Serie von 2025.
Für das Schauspielhaus Zürich hat Regisseurin Pınar Karabulut den Roman in der Spielstätte Schiffbauhalle als vielschichtiges Erzähltheater auf die Bühne gebracht. 3sat beschreibt den Abend als eine Inszenierung zwischen Eleganz, Melancholie und Gegenwartsbezug. Die Aufführung dauert ungefähr drei Stunden.
Sonntag, 10. Mai: „Wallenstein. Ein Schlachtfest in sieben Gängen“ online
Am 10. Mai steht beim Theatertreffen im Haus der Berliner Festspiele von 15.00 bis 22.00 Uhr das Großprojekt „Wallenstein. Ein Schlachtfest in sieben Gängen“ auf dem Programm. Die Produktion der Münchner Kammerspiele basiert auf Friedrich Schiller und wurde von Jan-Christoph Gockel inszeniert.
3sat stellt die Aufführung ab 17.00 Uhr zeitversetzt in der Mediathek bereit.
„Kulturzeit“ begleitet das Theatertreffen
Auch das 3sat-Magazin „Kulturzeit“ widmet sich dem Festival mit besonderen Beiträgen. Am Donnerstag, 30. April, um 19.20 Uhr werden mehrere Inszenierungen vorgestellt, darunter „Fräulein Else“ mit Julia Riedler und „Mephisto“ mit Thomas Schmauser.
Dabei geht es unter anderem um die Frage, wann geistige Freiheit in autoritäre Propaganda umschlagen kann. Außerdem wird „Die Welt im Rücken“ mit Paulina Alpen vom Schauspiel Stuttgart thematisiert, das bipolare Störungen auf die Bühne bringt.
Porträt über Katharina Bach
Eine Woche später, am 7. Mai, sendet „Kulturzeit“ zudem ein Porträt der Schauspielerin Katharina Bach. Sie erhält beim diesjährigen Theatertreffen den mit 10.000 Euro dotierten 3sat-Preis für ihre Mitwirkung in „Wallenstein. Ein Schlachtfest in sieben Gängen“.
Über 3sat
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Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion