Wirtschaft

iPhone-Boom: Apples Umsatz schießt um über 20% hoch

Abschied mit Paukenschlag: Kurz vor Tim Cooks Rückzug boomt ausgerechnet Apples iPhone-Geschäft wie lange nicht.

30.07.2026, 23:05 Uhr

Apple steigert iPhone-Umsatz deutlich – und warnt vor gravierenden Chipengpässen

Apple hat im vergangenen Quartal vor allem mit dem iPhone-Geschäft kräftig zugelegt. Die Erlöse in dieser Sparte stiegen im Jahresvergleich um fast 22 Prozent auf 54,25 Milliarden US-Dollar und lagen damit über den Erwartungen der Analysten. Nach Einschätzung von Marktforschern legten sowohl die Verkaufszahlen als auch die durchschnittlichen Verkaufspreise zu. Eigene Stückzahlen nennt der Konzern weiterhin nicht.

Das iPhone bleibt damit Apples wichtigstes Produkt und steht für rund die Hälfte des gesamten Geschäfts. Insgesamt erhöhte der Konzern seinen Quartalsumsatz um 16 Prozent auf gut 109,4 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn wuchs um 27 Prozent auf knapp 29,8 Milliarden Dollar. Positiv wirkten sich nach Unternehmensangaben auch bereits verbuchte Rückzahlungen von US-Importzöllen aus, nachdem das Oberste Gericht der USA einige Maßnahmen von Präsident Donald Trump aufgehoben hatte.

Trotz der starken Zahlen kämpft Apple vor dem erwarteten Marktstart der nächsten iPhone-Generation mit Engpässen bei wichtigen Bauteilen. Konzernchef Tim Cook sagte, derzeit seien vor allem die Produktionskapazitäten bei kombinierten Chipsystemen knapp. Diese Bausteine gelten als Herzstück von Geräten wie iPhones und Mac-Computern. Apple habe die Nachfrage nach iPhones und Macs in den vergangenen Monaten trotz bereits hoher Absatzprognosen unterschätzt, räumte Cook ein.

Normalerweise hat Apple als Großkunde erheblichen Einfluss auf Zulieferer. Derzeit gebe es jedoch deutlich weniger Spielraum als in früheren Jahren, so Cook. Die Möglichkeiten, auf die Engpässe zu reagieren, seien deshalb begrenzt. Hintergrund ist die hohe Auslastung der Halbleiterproduktion: Wegen des Booms rund um Künstliche Intelligenz werden derzeit enorme Mengen an Chips für den Ausbau von Rechenzentren bestellt.

Für Apple fällt diese Situation in eine besonders wichtige Phase. Traditionell fährt der Konzern jetzt die Produktion neuer iPhone-Modelle für die Markteinführung im Herbst hoch. Ob die nächste Generation wie üblich im September vorgestellt wird, ließ Apple erneut offen. In der Branche wird jedoch fest damit gerechnet. Nach Informationen von Bloomberg könnte in diesem Jahr zudem erstmals ein aufklappbares iPhone erscheinen.

Weniger stark als erhofft entwickelte sich Apple im Dienstleistungsgeschäft und in China. Zwar verbuchte der Konzern auch dort Zuwächse, blieb aber hinter den noch höheren Markterwartungen zurück. Die Aktie geriet daraufhin im US-Handel am Freitag unter Druck und verlor zeitweise mehr als neun Prozent.

Der Analyst Gil Luria von DA Nathanson erklärte bei CNBC, viele Investoren hätten Apple zuletzt als eine Art sicheren Hafen für KI-Investments gesehen. Unabhängig davon, welcher Anbieter sich bei Künstlicher Intelligenz durchsetze, werde die Software am Ende auf Geräten wie iPhones und Macs genutzt. Enttäuschung habe nun vor allem ausgelöst, dass Apple für das laufende Quartal ein langsameres Wachstum in Aussicht stellte. Die Aktie war in den vergangenen Monaten stark gestiegen.

Zusätzlichen Druck spürt Apple auch bei Speicherchips. Wie andere Computerhersteller leidet der Konzern unter stark gestiegenen Preisen, insbesondere bei DRAM-Speichern. Deshalb hob Apple vor wenigen Wochen die Preise in mehreren Gerätekategorien an, iPhones blieben davon jedoch ausgenommen. Cook betonte nun, dass es im DRAM-Markt nur drei große Anbieter gebe. Mehr Lieferanten wären aus seiner Sicht hilfreich. In der Branche wird das als Hinweis verstanden, auch chinesische Speicherchips stärker zuzulassen. Wegen des Handelskonflikts zwischen den USA und China ist das politisch allerdings umstritten.

Das bis Ende Juni abgeschlossene Vierteljahr war zugleich das letzte volle Quartal unter Tim Cook, der den Konzern nach 15 Jahren an der Spitze im September an den bisherigen Hardware-Chef John Ternus übergeben soll.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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