Tesla treibt Ausbau in Grünheide voran
Tesla will die Erweiterung seines Werks in Grünheide bei Berlin zügig voranbringen. Geplant ist der Bau einer weiteren Produktionshalle. Nach Angaben einer Unternehmenssprecherin soll der Antrag für die zweite Teilgenehmigung noch bis Ende des Jahres eingereicht werden. Intern liefen dafür bereits die Vorbereitungen. Wie groß die neue Halle ausfallen soll, ist bislang nicht bekannt.
Für das Werk, die bislang einzige europäische Autofabrik von Tesla, ist nach wie vor ein deutlicher Ausbau vorgesehen. Die Jahreskapazität soll von derzeit angepeilten 500.000 Fahrzeugen, die bisher noch nicht erreicht wurden, langfristig auf eine Million Autos steigen. Auch die Produktion von Batteriezellen soll deutlich ausgeweitet werden und nach früheren Planungen künftig eine Kapazität von 100 Gigawattstunden pro Jahr erreichen. Zusätzliche Waldflächen müssen dafür nach aktuellem Stand nicht gerodet werden.
Tausende neue Stellen geplant
Trotz einer Phase schwächerer Verkaufszahlen hatte Tesla an den Ausbauplänen festgehalten, sie zwischenzeitlich jedoch ausgesetzt und von einer besseren Marktentwicklung abhängig gemacht. Inzwischen zieht die Nachfrage wieder an. Entgegen dem allgemeinen Trend baut das Unternehmen erneut Personal auf.
Nach Tesla-Angaben arbeiten derzeit rund 12.600 Menschen in der Fabrik, die im März 2022 eröffnet wurde. Zuvor war die Belegschaft zeitweise auf unter 11.000 gesunken.
Die Fahrzeugproduktion soll in zwei Schritten auf 7.500 Autos pro Woche erhöht werden. Das entspräche auf das Jahr gerechnet etwa 375.000 Fahrzeugen. Dafür plant Tesla die Einstellung von 2.000 zusätzlichen Beschäftigten. Für den Ausbau der Batteriezellfertigung in Grünheide sind außerdem mehr als 1.500 weitere Stellen vorgesehen. In den vergangenen Monaten seien bereits rund 2.000 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hinzugekommen.
Ausbau in mehreren Etappen
Schon vor zwei Jahren hatte das Land Brandenburg den ersten Schritt für die Werkserweiterung genehmigt. Damals erteilte das Landesumweltamt eine erste umweltrechtliche Zulassung für Änderungen und Optimierungen an bereits bestehenden Gebäuden und Anlagen.
In der nun anstehenden zweiten Phase geht es laut Tesla um die neue Werkhalle sowie zusätzliche Logistikflächen. In einer dritten Stufe sollen dann Maschinen installiert werden.
Gegen das Werk und dessen Ausbau gibt es weiterhin Vorbehalte von Umweltschützern und Anwohnern. Ein zentraler Kritikpunkt ist, dass Teile des Geländes in einem Wasserschutzgebiet liegen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber