Wirtschaft

Bericht: OpenAI warnt intern vor Sexfallen

Honigfalle statt Homeoffice? OpenAI warnt Mitarbeiter: Spione könnten sie mit Sex, Geld und cleveren Tricks ins Visier nehmen.

15.10.2026, 13:13 Uhr

OpenAI warnt Belegschaft vor möglicher Spionage

OpenAI hat seine Mitarbeiter einem Medienbericht zufolge darauf hingewiesen, dass sie ins Visier von Spionen geraten könnten – unter anderem durch romantische oder sexuelle Annäherungsversuche. Solche als „Honigfallen“ bekannten Methoden, die häufig mit Geheimdiensten in Verbindung gebracht werden, seien laut Wall Street Journal Thema in internen Schulungen gewesen.

Dem Bericht zufolge werden Beschäftigte außerdem davor gewarnt, dass man ihnen Geld für vertrauliche Informationen anbieten könnte. Auch Gespräche in Cafés könnten demnach gezielt mitgehört werden. Ähnliche Hinweise sollen auch Mitarbeiter anderer großer KI-Unternehmen erhalten. OpenAI rät seiner Belegschaft zudem, außerhalb des Arbeitsplatzes keine Kleidung mit Firmenlogo zu tragen und selbst in den Büros keine sensiblen Informationen auf Whiteboards stehen zu lassen – aus Sorge, dass sogar Reinigungskräfte für Ausspähversuche angeworben werden könnten.

Harter Konkurrenzkampf in der KI-Branche

Die führenden US-KI-Labore liegen technologisch vorn und liefern sich einen intensiven Wettbewerb. Das verstärkt offenbar die Befürchtung, zum Ziel ausländischer Nachrichtendienste oder industrieller Spionage durch Rivalen zu werden. In der Branche arbeiten viele junge Menschen. Zugleich hält sich im Silicon Valley das Klischee einer männerdominierten Tech-Welt, in der manche eher im Umgang mit Computern als mit zwischenmenschlichen Situationen versiert sind. US-Technologiefirmen waren in der Vergangenheit wiederholt Ziel von Spionageaktivitäten.

Erst vor wenigen Tagen wurde zudem ein OpenAI-Mitarbeiter festgenommen. Dem saudi-arabischen Staatsbürger wird vorgeworfen, in einem von der Unternehmensspitze genutzten Konferenzraum in San Francisco ein Aufnahmegerät platziert zu haben. Worum es bei der mutmaßlichen Aktion konkret ging, ist bislang nicht bekannt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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