Politik

AfD-Jugend pilgert nach Magdeburg

Brisanter AfD-Kongress in Magdeburg: Der Parteinachwuchs sucht im Wahlkampf seinen Kurs – und Siegmund soll mitmischen.

29.08.2026, 11:30 Uhr

GD-Kongress in Magdeburg: AfD-Jugend setzt eigene Akzente in der Europapolitik

Die AfD-Nachwuchsorganisation Generation Deutschland (GD) ist in Magdeburg zu ihrem Bundeskongress zusammengekommen. Im "Alten Theater" auf dem Messegelände will der Verband seine europapolitische Linie festlegen und dabei in einigen Punkten bewusst Abstand zur Mutterpartei nehmen. Erwartet wird auch Ulrich Siegmund, Spitzenkandidat der AfD für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.

Nach Angaben eines Sprechers wurden 480 Teilnehmer, Gäste und Medienvertreter eingeladen. Die Polizei sprach hingegen von rund 300 GD-Anhängern vor Ort.

GD-Bundeschef Jean-Pascal Hohm hatte bereits vor Beginn des Treffens den harten Anti-Euro-Kurs der AfD kritisiert, den auch Parteichefin Alice Weidel bislang öffentlich unterstützt. Gegenüber der "Bild" erklärte Hohm, die Jugendorganisation wolle keinen Austritt Deutschlands aus dem Euro, sondern Reformen an den "Konstruktionsfehlern" des Währungssystems. Auch einen Ausstieg aus dem Schengen-Raum lehnt die GD ab.

Einfluss auf das neue AfD-Programm

Kurz vor dem Kongress sagte Hohm der Deutschen Presse-Agentur, die GD wolle im laufenden Programmprozess der Partei eigene Positionen deutlich machen. Die AfD plant für das kommende Jahr nach mehr als einem Jahrzehnt ein neues Grundsatzprogramm. Hohm verwies dabei auf die Lebensrealität vieler junger Menschen, für die offene Grenzen und eine gemeinsame Währung längst selbstverständlich seien.

Die AfD war 2013 als eurokritische Partei entstanden. In ihrem Bundestagswahlprogramm für 2025 hält sie weiter an der Forderung fest, dass Deutschland das Euro-System verlassen müsse.

Für die Generation Deutschland ist es der zweite Bundeskongress. Die Organisation war im vergangenen Jahr in Gießen neu gegründet worden, nachdem die frühere AfD-Jugendorganisation Junge Alternative (JA) aufgelöst worden war. Anders als die JA ist die GD enger an die Partei angebunden.

Nur wenige Protestierende am Morgen

Die Gegenproteste fielen zunächst überschaubar aus. Nach Angaben der Polizei beteiligten sich bis zum frühen Vormittag etwa 250 Menschen an Kundgebungen gegen den Kongress, gegen die AfD und gegen Rassismus in Magdeburg. Im Laufe des Tages rechneten die Einsatzkräfte mit weiterem Zulauf.

In der Nähe des Veranstaltungsorts versammelten sich zunächst nur wenige Demonstrierende rund um den Bus "Adenauer SRP+" des Zentrums für Politische Schönheit, der mit leistungsstarken Lautsprechern ausgestattet ist. Das Fahrzeug war bereits im vergangenen Jahr bei dem ARD-"Sommerinterview" mit Alice Weidel in Berlin aufgefallen, als die Sendung durch laute Beschallung gestört wurde. Laut Polizei wurde für den Bus diesmal eine maximale Lautstärkegrenze festgelegt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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