Wirtschaft

IG Metall: VW friert Gehälter bis 2030 ein

VW-Schock für Mitarbeiter: Bis 2030 könnte das Gehalt eingefroren bleiben. Was über die harten Sparpläne bekannt ist.

19.10.2026, 10:03 Uhr

IG Metall warnt vor Gehaltsstopp bei Volkswagen bis 2030

Nach Darstellung der IG Metall drohen den Beschäftigten von Volkswagen über Jahre hinweg ausbleibende Gehaltserhöhungen. Die Gewerkschaft erklärt, es gebe Pläne, die Einkommen der weltweit mehr als 660.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Konzerns bis zum Jahr 2030 auf dem aktuellen Stand zu belassen. Zuvor hatte bereits die Süddeutsche Zeitung darüber berichtet.

Wie die IG Metall mitteilt, habe der Europäische und Weltkonzernbetriebsrat die Belegschaften im Intranet über das Vorhaben des Vorstands informiert. Demnach seien die Personalverantwortlichen in allen Ländern angewiesen worden, bis 2030 keine Gehaltssteigerungen mehr umzusetzen. Das bedeute, dass das derzeitige Tarifniveau eingefroren und weitere Entgelterhöhungen ausgesetzt werden sollen. Nach Darstellung der Gewerkschaft gilt diese Vorgabe bereits seit Anfang Oktober.

Die IG Metall kritisiert, Volkswagen verabschiede sich damit von der bisherigen Praxis, in den weltweiten Personalkostenbudgets sowohl Inflationsausgleich als auch tarifliche Lohnsteigerungen einzuplanen. Sollte das Vorhaben umgesetzt werden, rechnet die Gewerkschaft mit Reallohnverlusten von mindestens zehn Prozent.

Volkswagen wollte die Angaben der Gewerkschaft nicht kommentieren. Ein Konzernsprecher erklärte, man äußere sich nicht zu solchen Spekulationen. Über tarifliche Fragen solle zunächst intern in Verhandlungen gesprochen werden.

Tarifverhandlungen beginnen Ende November

Voraussichtlich Ende November beginnen bei Volkswagen die Gespräche über neue Tarifverträge. Nach Angaben der IG Metall geht es dabei sowohl um den VW-Haustarif als auch um den Flächentarif der Metall- und Elektroindustrie, der unter anderem für Audi, MAN und Porsche gilt. Die Gewerkschaft fordert in der Tarifrunde ein Plus von fünf Prozent.

Der Europäische und Weltkonzernbetriebsrat bezeichnete die Pläne des Unternehmens als absurd. Zudem verwiesen die Arbeitnehmervertreter darauf, dass von Arbeitgeberseite bislang keine klare Position für die anstehenden Verhandlungen vorliege. Außerdem betonten sie, die Personalkosten machten nur einen Bruchteil der Umsatzkosten des Konzerns aus.

Konzern im Umbruch und offene Standortfragen

Volkswagen befindet sich seit geraumer Zeit in einem tiefgreifenden Umbruch. Erst vor knapp einem Monat hatte der Konzern nahezu alle Tarifverträge im Vorfeld der neuen Verhandlungen gekündigt. Zudem plant der Vorstand, in den kommenden Jahren weltweit weitere 50.000 Stellen abzubauen – zusätzlich zu bereits bestehenden Spar- und Abbauplänen. Wie genau diese Programme aussehen sollen, muss allerdings noch mit den Arbeitnehmervertretern ausgehandelt werden.

Hinzu kommt, dass die langfristige Perspektive mehrerer Standorte weiterhin unklar ist. Betroffen sind nach aktuellem Stand die VW-Werke in Emden, Hannover und Zwickau sowie der Audi-Standort Neckarsulm. Für die Zeit nach 2031 bis 2034 gibt es dort bislang keine gesicherte Zukunftsperspektive.

Bereits in der Tarifrunde 2024 hatte es neben Stellenstreichungen für rund 130.000 Beschäftigte bei VW eine Nullrunde gegeben. Analog zum Abschluss in der Metall- und Elektroindustrie wurden damals fünf Prozent Gehaltsplus in zwei Stufen in einen Fonds geleitet, statt unmittelbar auf den Konten der Beschäftigten anzukommen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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