Politik

Trotz Protesten: Macron hält am Innenminister fest

Frankreich nach den Krawallen: Nuñez gesteht Kontrollverlust und bietet Rücktritt an – warum hält Macron trotzdem an ihm fest?

19.10.2026, 09:01 Uhr

Nach den heftigen Krawallen in Frankreich am Wochenende hat Innenminister Laurent Nuñez Präsident Emmanuel Macron seinen Rücktritt angeboten. Der Staatschef lehnte dies jedoch ab. Nuñez sagte im Radiosender France Inter, er trage die Verantwortung für die Geschehnisse und habe deshalb seinen Rücktritt eingereicht. Der Élysée-Palast erklärte, Macron habe das Angebot mit Verweis auf die notwendige Kontinuität bei der Führung der Sicherheitskräfte in der aktuellen Lage zurückgewiesen.

Zugleich verlangte der Präsident vom Innenminister Aufklärung darüber, welche Defizite bei Einschätzung der Lage und Informationsgewinnung zu den schweren Ausschreitungen beigetragen hätten. Außerdem habe Macron Nuñez angewiesen, rasch neue Einsatzmethoden für die Sicherheitskräfte vor Ort einzuführen, um Barrikadenbau und Plünderungen wirksamer zu unterbinden.

Innenminister spricht von Kontrollverlust

Nuñez räumte ein, dass es bei der Mobilisierung der Ordnungskräfte an vorausschauendem Handeln gefehlt habe. Es habe ein deutliches Ungleichgewicht zwischen Polizei und den Menschen auf den Straßen gegeben, zudem sei die Lage zeitweise außer Kontrolle geraten. Man setze nun alles daran, eine Wiederholung solcher Szenen zu verhindern, betonte er.

Bereits am Vorabend hatte Macron in einer Fernsehansprache angekündigt, den Polizeieinsatz genau überprüfen zu lassen. Die Sicherheitskräfte seien am Samstag trotz ihres professionellen Vorgehens in vielen Städten mit einer bislang nicht gekannten Gewalt konfrontiert gewesen. Eine solche Entwicklung dürfe sich nicht noch einmal ereignen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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