Wirtschaft

Bist du in Deutschland arm oder reich?

Mittelschicht oder schon reich? Ein IW-Rechner zeigt überraschend, wo Ihr Einkommen im Deutschland-Vergleich steht.

19.10.2026, 04:30 Uhr

So ordnet das IW Einkommen in Deutschland ein

Viele Menschen fragen sich, wo sie mit ihrem Einkommen im Vergleich zur übrigen Bevölkerung stehen. Eine Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) liefert dafür Anhaltspunkte. Mithilfe eines Einkommensrechners lässt sich bestimmen, wie das eigene Haushaltsnettoeinkommen einzuordnen ist und welcher Anteil der Bevölkerung darüber oder darunter liegt.

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Für Alleinlebende gilt laut IW: Wer monatlich weniger als 1.450 Euro netto zur Verfügung hat, zählt eher zu den einkommensschwachen Haushalten. Die untere Mittelschicht reicht bis 1.940 Euro, die eigentliche Mittelschicht bis 3.630 Euro. Bis 6.050 Euro spricht das IW von der oberen Mittelschicht. Alles darüber wird als relativ wohlhabend eingestuft.

Alleinerziehende mit einem Kind unter 14 Jahren

Bei Alleinerziehenden mit einem jüngeren Kind liegt die Grenze zur relativen Armut bei 1.890 Euro netto im Monat. Bis 2.520 Euro reicht die untere Mitte, bis 4.720 Euro die mittlere Einkommensgruppe. Wer bis 7.860 Euro erzielt, gehört zur oberen Mitte. Noch höhere Einkommen gelten als relativ hoch.

Paare ohne Kinder

Ein kinderloses Paar wird mit einem gemeinsamen monatlichen Nettoeinkommen von bis zu 2.180 Euro als eher einkommensarm eingeordnet. Die untere Mittelschicht endet bei 2.900 Euro, die mittlere Einkommensgruppe bei 5.440 Euro. Bis 9.070 Euro zählt ein Paar zur oberen Mittelschicht. Darüber beginnt nach dieser Definition der Bereich relativen Reichtums.

Paare mit einem Kind unter 14 Jahren

Mit Kind verschieben sich die Einkommensgrenzen nach oben. Für einen Paarhaushalt mit einem Kind unter 14 Jahren liegt die Schwelle zur relativen Armut bei 2.610 Euro netto monatlich. Bis 3.480 Euro zählt der Haushalt zur unteren Mitte. Die mittlere Einkommensgruppe reicht bis 6.530 Euro, die obere Mitte bis 10.890 Euro. Wer mehr verdient, gilt als relativ reich.

Paare mit zwei Kindern unter 14 Jahren

Familien mit zwei jüngeren Kindern gelten bei einem gemeinsamen Nettoeinkommen von bis zu 3.050 Euro pro Monat als eher arm. Bis 4.060 Euro reicht die untere Mittelschicht, bis 7.620 Euro die eigentliche Mittelschicht. Die obere Mittelschicht endet bei 12.700 Euro. Einkommen darüber werden als vergleichsweise hoch bewertet.

Median bei 2.419 Euro netto

Die Berechnungen stützen sich auf EU-Daten aus dem Jahr 2024, die seit Juli vorliegen. Ausgangspunkt ist das Median-Nettoeinkommen eines Alleinstehenden von 2.419 Euro im Monat. Als relativ arm gilt demnach, wer 60 Prozent oder weniger dieses Werts erreicht. Als relativ reich wird eingestuft, wer auf mindestens 250 Prozent des Medians kommt.

Nicht einbezogen wurden dabei Faktoren wie vorhandenes Vermögen, selbst genutztes Wohneigentum oder regionale Unterschiede bei den Lebenshaltungskosten.

IW-Ökonomin und Studienautorin Judith Niehues weist darauf hin, dass viele Menschen ihre Position in der Einkommensverteilung falsch einschätzen. Der Eindruck, vor allem andere seien wohlhabend, sei zwar verständlich, entspreche aber nicht immer der Realität. Studien zeigten, dass sich nur wenige Menschen an den Rändern der Verteilung sähen – die meisten ordneten sich selbst der Mittelschicht zu.

Reallöhne zuletzt weiter im Plus

Parallel dazu sind die Reallöhne in Deutschland zuletzt erneut gestiegen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes verfügten Beschäftigte im zweiten Quartal über 1,5 Prozent mehr Kaufkraft als im Vorjahreszeitraum. Im ersten Quartal hatte der Zuwachs noch 1,8 Prozent betragen.

Ob sich diese Entwicklung fortsetzt, ist allerdings offen. Zuletzt zog die Inflation wieder an – vor allem wegen hoher Energiepreise. Damit lag die Teuerungsrate erstmals seit Ende 2023 wieder bei mehr als drei Prozent.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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