Wirtschaft

Ifo: Exporteure so optimistisch wie lange nicht

Überraschender Aufschwung: Das Ifo-Barometer klettert auf Kriegs-Hoch – sogar eine lange gebeutelte Branche schöpft Hoffnung.

26.08.2026, 08:44 Uhr

Deutsche Exporteure so zuversichtlich wie seit Jahren nicht

Die Stimmung bei den deutschen Exportfirmen hat sich laut einer Umfrage des Ifo-Instituts spürbar verbessert. Im August stieg der Exportindikator des Münchner Forschungsinstituts auf plus 9,6 Punkte, nachdem er im Juli noch bei minus 2,8 Punkten gelegen hatte. Nach Angaben des Ifo ist das der beste Wert seit Februar 2022 und zugleich der kräftigste Sprung seit Juni 2020.

Mit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine im Februar 2022 war die exportabhängige deutsche Wirtschaft stark unter Druck geraten. Vor allem die deutlich gestiegenen Energiekosten belasteten viele Unternehmen.

„Die Exportwirtschaft gewinnt wieder an Dynamik“, erklärte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe. Besonders stark entwickle sich derzeit der Handel mit Ländern der EU, während das Geschäft mit China weiter hinter den Erwartungen zurückbleibe.

Vor allem Hersteller von elektrischen Ausrüstungen, IT- und Datenverarbeitungsgeräten sowie elektronischen und optischen Produkten blicken optimistisch nach vorn. Als wichtige Treiber nennt das Ifo die fortschreitende Digitalisierung und hohe Investitionen in Künstliche Intelligenz.

Auch die Autobranche zeigt sich zuversichtlicher

Sogar die zuletzt stark belastete Autoindustrie bewertet ihre Exportchancen wieder deutlich besser. Ebenso wächst bei Herstellern von Metallerzeugnissen die Zuversicht. Weniger positiv ist die Lage dagegen im Papiergewerbe sowie in Teilen der Metallerzeugung und -bearbeitung. Dort rechnen viele Firmen mit sinkenden Ausfuhren.

Bereits am Dienstag hatte das Statistische Bundesamt mitgeteilt, dass das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal trotz Belastungen durch den Iran-Krieg im Vergleich zum Vorquartal um 0,3 Prozent gestiegen ist. Das waren 0,1 Prozentpunkte mehr als zunächst angenommen. Ausschlaggebend dafür waren vor allem kräftige Exporte, hohe Unternehmensgewinne und eine Belebung der Bauwirtschaft.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen