Bei einer neuen Welle ukrainischer Angriffe auf Ziele in Russland und in russisch besetzten Gebieten sind nach Angaben russischer Stellen mehrere Menschen getötet worden.
In der Region Lipezk starben demnach ein Mann und ein 14-jähriges Mädchen, nachdem eine Drohne auf ihr Wohnhaus gestürzt war und einen Brand ausgelöst hatte. Das teilte Gouverneur Igor Artamonow laut der Agentur Interfax mit.
Im russisch besetzten Teil des ostukrainischen Gebiets Luhansk wurden nach Angaben der Besatzungsbehörden zudem mindestens neun Menschen bei einem Drohnenangriff auf einen Kleinbus getötet. Sechs weitere Menschen seien verletzt worden, erklärte der von Moskau eingesetzte Gebietsgouverneur Leonid Passetschnik auf Telegram. Demnach war der Bus mit 15 Passagieren auf der Route von Lyssytschansk nach Kadijiwka unterwegs. Die Straße liegt nach diesen Angaben rund 50 Kilometer von der Front entfernt. Kiew weist Vorwürfe, gezielt Zivilisten anzugreifen, regelmäßig zurück.
Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums wurden in der Nacht zum Mittwoch 426 ukrainische Drohnen abgefangen und zerstört. Auch Moskau sei Ziel der Angriffe gewesen. Wegen Luftalarms setzten die Flughäfen in Tambow, Nischni Nowgorod und Jaroslawl Starts und Landungen zeitweise aus.
Selenskyj nennt 16 Ziele in Russland
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj schrieb auf der Plattform X, die Ukraine habe Luftangriffe auf 16 Ziele in Russland geflogen. Getroffen worden seien demnach Objekte der Öl-Infrastruktur, Flugplätze, eine Raketeneinheit und ein Logistikzentrum. Die Angaben aus Kiew und Moskau ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.
In der rund 600 Kilometer südöstlich von Moskau gelegenen Region Tambow wurde zudem ein weiteres Lager des größten russischen Online-Händlers Wildberries angegriffen. Der Brand in dem Lager im Ort Kotowsk weitete sich laut Gouverneur Jewgeni Perwyschow auf eine Fläche von 100.000 Quadratmetern aus.
Auch in der benachbarten, russisch besetzten Region Donezk meldeten örtliche Medien einen ukrainischen Angriff mit Marschflugkörpern auf die gleichnamige Gebietshauptstadt. Berichten zufolge waren vier bis fünf Explosionen zu hören. In sozialen Medien kursierten Videos einer großen Rauchwolke. Angaben zu möglichen Opfern gab es zunächst nicht.
Auch die bereits 2014 von Russland annektierte Schwarzmeer-Halbinsel Krim wurde nach russischen Angaben attackiert. Der von Moskau eingesetzte Gouverneur der Hafenstadt Sewastopol, Michail Raswoschajew, erklärte in sozialen Netzwerken, drei ukrainische Marschflugkörper vom Typ „Flamingo“ seien über dem Schwarzen Meer abgefangen worden.
Russland führt seit Februar 2022 Krieg gegen die Ukraine und beansprucht Teile des Südens und Ostens des Nachbarlandes. Nur die Region Luhansk gilt als nahezu vollständig unter russischer Kontrolle.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber