Wirtschaft

Hormus-Schock: Welt greift wieder zur Kohle

Wegen Gasmangels erlebt Kohle ein Comeback: Laut IEA könnte die weltweite Nachfrage 2026 auf ein Rekordhoch schießen.

10.09.2026, 11:30 Uhr

Die anhaltende Blockade der Straße von Hormus im Zusammenhang mit dem Krieg gegen den Iran lässt die weltweite Nachfrage nach Kohle deutlich steigen. Nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) in Paris sind die Lieferungen von Flüssiggas stark eingebrochen, was die Gaspreise erheblich nach oben treibt. Staaten, die über Gaskraftwerke verfügen und zugleich freie Kapazitäten in Kohlekraftwerken haben, setzen deshalb vermehrt auf Stromerzeugung aus Kohle. Dadurch dürfte der Kohleverbrauch in Europa, Japan, Südkorea, China und weiteren Regionen höher ausfallen als bislang angenommen.

Die IEA rechnet nun damit, dass die globale Kohlenachfrage im Jahr 2026 um 1,2 Prozent zulegen wird, obwohl zuvor ein leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahr erwartet worden war. Der weltweite Verbrauch könnte damit auf den Rekordwert von 8,94 Milliarden Tonnen steigen. Ob sich diese Entwicklung 2027 fortsetzt, hängt laut der Agentur maßgeblich davon ab, ob die wichtige Meerenge weiterhin blockiert bleibt. Die Kohlepreise haben infolge dieser Lage bereits angezogen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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