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Nur für sie: Schule auf Stromboli öffnet wieder

Schule für nur ein Kind: Auf Stromboli startet eine Sechsjährige im Pfarrhaus – ganz ohne Mitschüler. Warum?

10.09.2026, 11:01 Uhr

Nach über zwei Jahrzehnten: Schule in Ginostra öffnet wieder – für nur ein Kind

Im abgeschiedenen Dorf Ginostra auf der italienischen Vulkaninsel Stromboli hat erstmals seit mehr als 20 Jahren wieder eine Schule den Betrieb aufgenommen. Die neue und einzige Schülerin ist die sechsjährige Aysha. Laut der Nachrichtenagentur Ansa wurde sie an ihrem ersten Schultag von ihrer Lehrerin begrüßt. Zuvor hatten sich ihre Eltern intensiv dafür eingesetzt, dass in dem kleinen Ort wieder Unterricht möglich wird.

Stromboli liegt nördlich von Sizilien im Mittelmeer und gehört zu den Liparischen Inseln. Bekannt ist die Insel vor allem wegen ihres aktiven Vulkans, der rund 930 Meter hoch ist und regelmäßig Lava und Asche ausstößt. Ginostra befindet sich an der Westseite der Insel und zählt außerhalb der Ferienzeit nur etwa 40 Einwohner. Der Ort ist ausschließlich per Boot erreichbar. Selbst in den Hauptort der Insel gelangt man mangels Straßenverbindung nur über den Seeweg.

Unterricht im renovierten Pfarrhaus

Aysha, deren Mutter von Stromboli stammt und deren Vater ein Bauunternehmer aus Tunesien ist, wird in einem Raum des örtlichen Pfarrhauses unterrichtet. Dieser wurde eigens für den Schulbetrieb hergerichtet, wie das Büro von Riccardo Gullo, dem Bürgermeister der Liparischen Inseln, bestätigte.

Auf Aufnahmen des lokalen Nachrichtenportals notiziarioisoleeolie.it ist zu sehen, wie Lehrerin Laura Mongi das Mädchen mit Schulranzen und Schultüte an der Hand in das Klassenzimmer begleitet. Die erste Unterrichtsstunde begann unter dem Beifall einiger Bewohner der Insel.

Hoffnung gegen die Abwanderung

Dass die Schule in Ginostra wieder eröffnet werden konnte, ist vor allem dem Engagement von Ayshas Eltern zu verdanken. Auch die Gemeinde unterstützte das Vorhaben. Ayshas Mutter Monica Abbate hatte bereits vor dem Schulstart gegenüber La Repubblica erklärt, dies sei ein bedeutender Erfolg – nicht nur für die Familie, sondern für die gesamte Gemeinschaft der Liparischen Inseln und besonders für Ginostra.

Wie Bürgermeister Gullo ebenfalls sagte, sehen sich viele Familien auf den kleineren Inseln jedes Jahr von September bis Mai gezwungen, auf andere Inseln oder nach Sizilien umzuziehen, damit ihre Kinder eine Schule besuchen können. Die Wiedereröffnung in Ginostra könnte nach seiner Hoffnung ein erstes Signal sein, um dem seit Jahren anhaltenden Bevölkerungsschwund auf den sieben bewohnten Inseln entgegenzuwirken.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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