Olympia

Segel-Verbände aus Bayern und NRW drängen auf Kiel

Olympia-Entscheidung spitzt sich zu: Kiel bekommt überraschend Schützenhilfe aus Bayern und NRW – kippt jetzt das Rennen?

10.09.2026, 11:25 Uhr

Segelverbände aus Bayern und NRW favorisieren Kiel für Olympia-Bewerbung

Wenige Tage vor der Entscheidung über den deutschen Bewerber für künftige Olympische Spiele haben sich die Segelverbände aus Bayern und Nordrhein-Westfalen auf Kiel als bevorzugten Austragungsort für die Segelwettbewerbe festgelegt. Damit sprechen sich die beiden größten Landesverbände innerhalb des Deutschen Segler-Verbands (DSV) gegen Rostock-Warnemünde aus.

Die Bewerberregionen München und Rhein-Ruhr, die ebenso wie Berlin auf den deutschen Zuschlag hoffen, haben bislang noch nicht öffentlich festgelegt, welche der beiden Ostseestandorte sie unterstützen wollen.

Am 26. September will der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) bestimmen, welche deutsche Kandidatur ins Rennen um Olympische und Paralympische Spiele gehen soll. Berlin hatte sich bisher wegen der vergleichsweise kurzen Distanz bereits für Rostock-Warnemünde als Segelstandort ausgesprochen.

Für Kiel wächst nun jedoch die Unterstützung aus anderen Teilen des Landes. Die schleswig-holsteinische Hauptstadt gilt als bewährtes Segelrevier und war bereits 1936 sowie 1972 Schauplatz olympischer Wettbewerbe. Nach Ansicht der Verbände aus Bayern und NRW sprechen vor allem die Qualität des Reviers, die internationale Bedeutung Kiels als Segelstandort sowie der dort angesiedelte Bundesstützpunkt für die Stadt.

Landesverbände legen ihre Haltung in Papieren dar

Beide Landesverbände haben ihre Positionen inzwischen in offiziellen Papieren veröffentlicht. Darin betonen sie, dass Kiel einer deutschen Olympia-Bewerbung zusätzlichen Schub verleihen könnte.

Der Bayerische Seglerverband verweist insbesondere auf die vorhandene Infrastruktur, die Bedingungen auf dem Wasser, die Strukturen im Spitzensport und die neue Basis für den Nachwuchs in Kiel. Aus Sicht des Verbands spricht daher alles für Kiel-Schilksee als Segelstandort einer deutschen Bewerbung.

Auch aus Nordrhein-Westfalen kommt eine ähnliche Einschätzung. Dort werden das anspruchsvolle Revier, die erprobten Anlagen sowie die enge Verbindung zum Spitzen- und Nachwuchsleistungssport als entscheidende Vorteile genannt. Zudem, so die Argumentation, würde eine Wahl Kiels nicht allein den Spielen dienen, sondern bestehende Strukturen langfristig festigen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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