Wirtschaft

Greift Uber nach Delivery Hero?

Uber greift nach Delivery Hero: Ein Angebot an die Aktionäre liegt vor – jetzt könnte ein Mega-Deal starten.

23.05.2026, 17:05 Uhr

Uber lotet vollständige Übernahme von Delivery Hero aus

Der US-Konzern Uber prüft eine komplette Übernahme des Essenslieferdienstes Delivery Hero. Das Berliner Unternehmen, das im MDax gelistet ist, bestätigte am Samstag das Interesse des amerikanischen Investors. Uber hält bereits rund ein Fünftel der Anteile und verfügt zudem über Zugriffsrechte auf weitere Aktien.

Nach Angaben von Delivery Hero hat Uber ein Angebot von 33 Euro je Aktie vorgelegt. Damit liegt die Offerte allerdings unter dem Schlusskurs vom Freitag.

In den vergangenen Tagen war die Aktie von Delivery Hero bereits deutlich gestiegen, auch wegen Spekulationen über ein mögliches Übernahmeangebot. Innerhalb von zwei Wochen legte das Papier um fast 70 Prozent zu und schloss am Freitag im Xetra-Handel bei 33,59 Euro. Im nachbörslichen Handel auf Tradegate stieg der Kurs weiter auf 35,50 Euro. Der Börsenwert des Unternehmens liegt damit bei etwas mehr als zehn Milliarden Euro.

Zwar hat Delivery Hero seinen Hauptsitz in Berlin, im deutschen Markt ist der Konzern nach dem Verkauf seines hiesigen Geschäfts an Just Eat Takeaway jedoch nicht mehr aktiv. International zählt Delivery Hero dank seiner starken Stellung in Asien, Südeuropa, auf der arabischen Halbinsel und in Afrika weiterhin zu den größten Anbietern für Essenslieferungen weltweit. Uber ist mit Uber Eats ebenfalls in diesem Geschäft aktiv, auch in zahlreichen deutschen Städten.

Bereits Anfang der Woche hatte Delivery Hero mitgeteilt, dass Uber nun 19,5 Prozent des ausgegebenen Kapitals hält. Hinzu kommen weitere 5,6 Prozent über Optionen. Zuvor hatte Uber seine Beteiligung schon von gut 7 Prozent auf knapp 18 Prozent erhöht. Die niederländische Beteiligungsgesellschaft Prosus hatte sich im Zusammenhang mit der Übernahme des Konkurrenten Just Eat Takeaway dazu bereit erklärt, ihren Anteil an Delivery Hero zu verringern.

Laut einem Bericht von Bloomberg vom Freitagabend sucht Uber inzwischen auch das Gespräch mit weiteren Aktionären. Demnach hält Prosus derzeit noch etwa 16,8 Prozent an Delivery Hero, während Aspex Management auf 14,4 Prozent kommt. Die US-Bank Morgan Stanley, die Uber laut Insidern beim raschen Ausbau der Beteiligung mithilfe von Derivaten unterstützt haben soll, kontrolliert einer Pflichtmitteilung zufolge vor allem indirekt über Finanzinstrumente rund 30 Prozent.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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