Wirtschaft

Gea-Chef: Warum der Irankrieg auch Chancen birgt

USA, China, Irankrieg: Der Maschinenbau gerät unter Druck. Doch ein deutscher Konzern macht daraus plötzlich ein Geschäft.

03.05.2026, 05:14 Uhr

Gea sieht Chancen durch höhere Energiekosten

Der Maschinen- und Anlagenbauer Gea rechnet damit, von den infolge des Irankrieges gestiegenen Energiepreisen zu profitieren. Vorstandschef Stefan Klebert sagte der Deutschen Presse-Agentur in Berlin, dass das Unternehmen selbst nur wenig Energie verbrauche, viele Kunden jedoch einen hohen Energiebedarf hätten.

Nach seinen Worten ist das Interesse an energieeffizienten Anlagen spürbar gewachsen. Genau in diesem Bereich sei Gea stark aufgestellt. Die Auswirkungen des Irankrieges seien deshalb für den Konzern auch eine geschäftliche Gelegenheit. Gea beschäftigt rund 18.600 Menschen, etwa ein Drittel davon in Deutschland. Im vergangenen Jahr erzielte das Unternehmen 5,5 Milliarden Euro Umsatz und 0,4 Milliarden Euro Gewinn.

Als Beispiel nannte Klebert einen Sprühtrockner, mit dem Milch zu Milchpulver verarbeitet wird. Bislang werde die benötigte Wärme meist durch Gasbrenner erzeugt. Gea habe jedoch eine strombetriebene Wärmepumpenlösung entwickelt, mit der sich der Energieverbrauch um bis zu 50 Prozent senken lasse.

In Deutschland erwirtschaftete Gea im vergangenen Jahr lediglich neun Prozent seines Umsatzes. Das Wachstum komme vor allem aus Regionen außerhalb Europas, insbesondere aus China, Indien, anderen Teilen Asiens sowie aus den USA. Klebert sprach sich zugleich für Reformen aus, um den Standort Deutschland attraktiver zu machen. Nötig seien weniger Bürokratie, flexiblere Arbeitszeiten und höhere Investitionen in Bildung.

Gea produziert neben Sprühtrocknern für die Milchverarbeitung unter anderem auch Melk- und Fütterungsroboter für die Landwirtschaft, Produktions- und Verpackungsanlagen für Nudeln, Zentrifugen für Brauereien sowie Maschinen für die Keksherstellung. Der Verwaltungssitz des Unternehmens befindet sich in Düsseldorf, das größte Werk steht in Oelde in Nordrhein-Westfalen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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