Wirtschaft

Bahlsen senkt Preise – die Konkurrenz zittert

Bahlsen unter Druck: Trotz teurer Schokolade will der Keksriese zur gefürchteten Konkurrenz und für Talente unwiderstehlich werden.

03.05.2026, 04:30 Uhr

Die zuletzt stark gestiegenen Schokoladenpreise haben den Keks- und Gebäckhersteller Bahlsen deutlich unter Druck gesetzt. Nun gibt es jedoch erste Anzeichen für Entlastung: Nach Unternehmensangaben wurden die Abgabepreise für ausgewählte Artikel gegenüber dem Handel gesenkt. Teilweise seien niedrigere Preise inzwischen auch in den Regalen zu erkennen.

Bahlsen-Chef Alexander Kühnen erklärte, dass das Unternehmen seine Preise zuvor erhöhen musste, weil der Schokoladenanteil bei vielen Produkten höher sei als bei anderen Anbietern. Nachdem sich die Kosten inzwischen beruhigt hätten, stehe nun eher die Möglichkeit von Preissenkungen im Raum als weitere Aufschläge.

Auch andere Hersteller passen ihre Preise an die veränderte Lage an. So hat etwa Lindt & Sprüngli nach eigenen Angaben ebenfalls einzelne Produkte günstiger gemacht.

Keine Abstriche bei der Rezeptur

Trotz des Kostendrucks kam für Bahlsen eine Veränderung der Rezepturen nicht infrage. Laut Kühnen seien die Produkte eng mit Gewohnheiten und Vertrauen verbunden, da viele Verbraucher sie seit Jahrzehnten kennen. Würde sich der Geschmack durch Einsparungen plötzlich ändern, könne das Kunden schnell und dauerhaft kosten.

Kurzfristig hätte eine Anpassung der Zutaten womöglich geholfen, langfristig wäre das aus Sicht des Unternehmens aber keine tragfähige Lösung gewesen. Bei dem vollständig im Besitz der Familie Bahlsen befindlichen Unternehmen spiele dabei das Prinzip der „Enkelfähigkeit“ eine wichtige Rolle – also die Frage, ob die Firma auch in mehreren Jahrzehnten noch erfolgreich in ihrer heutigen Form bestehen kann.

Geschäftszahlen wieder verbessert

In den vergangenen Jahren hatte Bahlsen mit sinkenden Absatzmengen und verlorenen Marktanteilen zu kämpfen. Kühnen, der seit drei Jahren an der Spitze des Unternehmens steht, sagte, er habe bei seinem Amtsantritt eine klare Aufgabe gehabt: den Wandel voranzutreiben.

2024 erhöhte sich der Umsatz der Bahlsen-Gruppe auf 644,6 Millionen Euro. Im Vorjahr waren es 607,9 Millionen Euro, 2022 noch 539,9 Millionen Euro. Das operative Ergebnis stieg auf 63,6 Millionen Euro, nachdem es 2023 bei 40,5 Millionen Euro gelegen hatte. 2022 hatte das Unternehmen auf dieser Basis noch einen Verlust von 1,8 Millionen Euro verzeichnet.

Ehrgeizige Ziele im Wettbewerb

Trotz der besseren Zahlen sieht Kühnen noch deutlichen Handlungsbedarf. Vor allem mit der Position im Wettbewerb sei er nicht zufrieden. Er hätte sich ein stärkeres Wachstum und zusätzliche Marktanteile gewünscht. Dass diese Erwartungen nicht erreicht wurden, führt er auch auf die lange Zeit hohen Schokoladenpreise zurück.

Für die kommenden Jahre formuliert der Bahlsen-Chef ein klares Ziel: Das Unternehmen soll im Wettbewerb deutlich stärker wahrgenommen werden. Bislang sei Bahlsen noch nicht in dieser Rolle, doch genau dorthin wolle man. Der Druck im Markt sei durch große Konkurrenten wie Ferrero und Mondelez, den Hersteller von Milka, spürbar gestiegen.

Auch als Arbeitgeber will Bahlsen attraktiver werden. Nach innen solle das Unternehmen so wahrgenommen werden, dass junge Menschen es zwar als traditionsreich, zugleich aber auch als modern und spannend empfinden.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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