In Deutschland sind zu Jahresbeginn weniger neue Photovoltaikanlagen, dafür aber deutlich mehr Batteriespeicher ans Netz gegangen. Das geht aus Berechnungen des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW-Solar) auf Basis von Daten der Bundesnetzagentur hervor.
Im ersten Quartal sank der Zubau bei der Photovoltaik demnach um sechs Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Neu installierte Solaranlagen kamen von Januar bis März auf eine Maximalleistung von 3,5 Gigawatt.
Vor allem Dachanlagen schwächeln
Besonders deutlich fiel der Rückgang im Gebäudebereich aus. Im Heimsegment verringerte sich die neu gebaute Leistung um 21 Prozent auf 0,85 Gigawatt. Bei größeren Anlagen auf Gewerbedächern lag das Minus sogar bei 33 Prozent auf 0,6 Gigawatt. Auch Balkonkraftwerke verloren etwas an Dynamik: Hier ging der Zubau um sechs Prozent auf 0,09 Gigawatt zurück.
Dass der Rückgang bei der Solarenergie insgesamt nicht noch stärker ausfiel, lag an den Freiflächenanlagen. In diesem Segment stieg die neu installierte Leistung um 20 Prozent auf 1,97 Gigawatt.
2 Gigawattstunden neue Speicherkapazität
Beim Ausbau von Batteriespeichern zeigte sich dagegen ein klarer Aufwärtstrend. Nach Angaben des BSW-Solar wurden im ersten Quartal rund 2 Gigawattstunden neue Speicherkapazität in Betrieb genommen. Das entspricht einem Plus von etwa zwei Dritteln im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Der gesamte Bestand wuchs damit auf rund 28 Gigawattstunden, verteilt auf etwa 2,5 Millionen Speicheranlagen. Nach Berechnungen des Verbands entspricht diese Kapazität rechnerisch dem durchschnittlichen privaten Tagesstromverbrauch von rund 3 Millionen Haushalten in Deutschland.
Den größten Anteil am Zuwachs hatten Großspeicher mit Kapazitäten von mehr als einer Megawattstunde. Auf dieses Segment entfiel mehr als die Hälfte der neu installierten Speicherkapazität. Gegenüber dem Vorjahr kommt das nahezu einer Vervierfachung gleich. Bei Heimspeichern mit 5 bis 20 Kilowattstunden stagnierte der Ausbau dagegen bei rund 0,74 Gigawattstunden.
Verband warnt vor Einschnitten
Der Verband betont, dass Batteriespeicher helfen können, witterungsbedingte Schwankungen bei der Erzeugung von Solar- und Windstrom auszugleichen. Zugleich äußert BSW-Solar jedoch Sorge über aktuelle Pläne der Bundesregierung.
Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig warnt zum einen vor weiteren Kürzungen bei der Solarförderung. Zum anderen dürften Batteriespeicher bei den kommenden Kraftwerksauktionen "nicht durch ungeeignete Ausschreibungskriterien gegenüber Gaskraftwerken benachteiligt werden".
Nach Einschätzung des Verbands zeigt die jüngste Energiekrise, wie wichtig ein schnellerer Ausbau von erneuerbaren Energien und Speichern ist, um Deutschland unabhängiger von teuren Energieimporten zu machen. Körnig erklärte, wer bei der Solarenergie jetzt auf die Bremse trete, schade dem Wirtschaftsstandort und schwäche den aus seiner Sicht wichtigsten Energiepreisdämpfer für Verbraucher.
Für die kommenden Wochen rechnet der Verband bei der Solarenergie immerhin mit einer zumindest leichten Belebung der Nachfrage. Als Gründe nennt er die jüngste Energiekrise sowie Vorzieheffekte aus Sorge vor möglichen Fördereinschnitten. Eine verlässliche Investitionsgrundlage ersetze das nach Ansicht des BSW-Solar jedoch nicht.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion