Wirtschaft

Überraschung: Thyssenkrupp hält Stahl doch – vorerst

Deal geplatzt? Bei Thyssenkrupp stockten die Jindal-Gespräche – jetzt macht ausgerechnet der Stahlmarkt wieder Hoffnung.

02.05.2026, 16:55 Uhr

Thyssenkrupp stoppt Verkaufsgespräche mit Jindal vorerst

Thyssenkrupp verfolgt den Verkauf seiner Stahlsparte an den indischen Konzern Jindal vorerst nicht weiter. Wie das Unternehmen mitteilte, haben beide Seiten beschlossen, die seit September des vergangenen Jahres laufenden Gespräche zunächst auszusetzen.

Stattdessen will der Industriekonzern den Umbau des Stahlgeschäfts nun eigenständig weiter vorantreiben. Ziel sei es, die Sparte dauerhaft erfolgreich und profitabel aufzustellen. An der grundsätzlichen Absicht, sich mittelfristig vom Stahlbereich zu trennen, hält Thyssenkrupp jedoch fest.

Als Gründe für den vorläufigen Stopp der Verhandlungen nannte das Unternehmen zum einen günstigere Rahmenbedingungen für die Stahlindustrie in Europa. Zum anderen verwies Thyssenkrupp auf Fortschritte bei der Restrukturierung der Sparte.

Nach Unternehmensangaben habe die Europäische Union die strategische Bedeutung der Stahlproduktion für belastbare industrielle Liefer- und Wertschöpfungsketten erkannt. Zudem habe Brüssel signalisiert, die europäische Stahlbranche stärker gegen weltweite Überkapazitäten und Dumping zu schützen.

Auch der Umbau hin zu einer klimafreundlicheren Stahlherstellung solle durch die EU weiter unterstützt werden. Konzernchef Miguel López erklärte laut Mitteilung, Stahl bleibe ein Zukunftsgeschäft. Nachdem es im Unternehmen, mit den Tarifpartnern sowie mit der Politik in Deutschland und Europa grundlegende Verständigungen gegeben habe, seien die Voraussetzungen für eine profitable Weiterführung von Thyssenkrupp Steel so gut wie seit Langem nicht mehr.

Vor diesem Hintergrund bleibe die Verselbstständigung von Thyssenkrupp Steel Europe das mittelfristige Ziel. Denkbar sei dabei, dass die Thyssenkrupp AG eine Minderheitsbeteiligung behält.

Zugleich betonte das Unternehmen, Jindal habe sich während der gesamten Gespräche als konstruktiver und engagierter Partner erwiesen. Dennoch habe man sich gemeinsam entschlossen, die Verhandlungen vorerst ruhen zu lassen.

Thyssenkrupp und Jindal Steel hatten Mitte September öffentlich gemacht, dass der indische Familienkonzern Interesse an der Stahlsparte hat und bereits ein unverbindliches Angebot vorgelegt hatte. Nach früheren Angaben aus dem Vorstand zielte dieses auf eine Übernahme der Mehrheit ab.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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