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Niederlande geben Kanye West wieder Bühne

Antisemitismus-Eklat um Kanye West: In vielen Ländern gestoppt – doch ausgerechnet dieses Konzert darf stattfinden.

29.05.2026, 12:37 Uhr

Trotz massiver Proteste kann der US-Rapper Kanye West, der heute unter dem Namen Ye auftritt, Anfang Juni wie vorgesehen in Arnheim auftreten. Nach Angaben des niederländischen Ministers für Asyl und Migration, Bart van den Brink, gibt es keine rechtliche Grundlage, dem Musiker die Einreise zu verwehren. Zuvor hatte sich auch das Parlament mit großer Mehrheit entsprechend positioniert. Jüdische Verbände hatten dagegen ein Auftrittsverbot verlangt.

Der Minister kritisierte Wests antisemitische Äußerungen ausdrücklich. Frühere Aussagen allein reichten rechtlich jedoch nicht aus, um ihm nun die Einreise in die Niederlande zu untersagen. In anderen Staaten waren geplante Konzerte zuvor bereits untersagt oder abgesagt worden.

Die Stadt Arnheim nahe der Grenze zu Nordrhein-Westfalen genehmigte die Konzerte des 48-Jährigen für den 6. und 8. Juni. Nach Darstellung des Bürgermeisters könnte die Stadt die Erlaubnis nur dann zurückziehen, wenn eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit bestünde.

Empörung bei jüdischen Organisationen

Aus der jüdischen Gemeinschaft kam scharfe Kritik. Naomi Mestrum, Direktorin des Informations- und Dokumentationszentrums über Israel (CIDI), erklärte, es sei nicht nachvollziehbar, dass die Niederlande keine moralische Grenze zögen, wem eine Bühne geboten werde.

Großbritannien hatte West zuvor die Einreise verweigert. In Polen sagten Veranstalter ein geplantes Konzert ab. Einen vorgesehenen Auftritt in Frankreich strich der Musiker selbst, nachdem ein Verbot im Raum stand.

Kritik wegen früherer Aktionen

West war wiederholt mit antisemitischen Aussagen aufgefallen. Zudem veröffentlichte er einen Song mit dem Titel „Heil Hitler“ und verkaufte T-Shirts mit Hakenkreuzen. Nach heftiger Kritik entschuldigte er sich teilweise für seine Äußerungen und begründete sein Verhalten mit einer psychischen Erkrankung.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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