Deutsche Autobauer mit schwachem dritten Quartal
Mercedes-Benz, Volkswagen, Audi und inzwischen auch BMW haben im dritten Quartal rückläufige Auslieferungen gemeldet. Besonders belastend ist bei allen Herstellern das schwache Geschäft in China. Einige Konzerne konnten Rückgänge dort teilweise durch andere Regionen ausgleichen, insgesamt zeigt sich jedoch ein klarer Abwärtstrend.
Die Rückgänge bei den Verkäufen lagen je nach Hersteller zwischen etwas mehr als 6 Prozent und knapp 20 Prozent. Wegen unterschiedlicher Berechnungsmethoden sind die Zahlen nur eingeschränkt direkt vergleichbar, zeichnen aber ein deutliches Bild.
BMW: Vergleichsweise stabil dank Europa und USA
BMW kam im Zeitraum von Juli bis September konzernweit auf rund 551.000 ausgelieferte Fahrzeuge. Das entspricht einem Minus von 6,3 Prozent und ist im Vergleich zur Konkurrenz der geringste Rückgang.
In China brachen die Verkäufe allerdings auch bei den Münchnern kräftig ein: Dort sanken sie um fast 25 Prozent auf gut 114.300 Fahrzeuge. Positiv entwickelten sich dagegen Europa und die USA. In Europa stieg der Absatz um 2,7 Prozent auf etwa 235.600 Autos, gestützt von einer hohen Nachfrage nach Elektrofahrzeugen wie dem neuen iX3. In den USA legte BMW um 2,5 Prozent auf mehr als 106.700 Einheiten zu. Ein Vorteil ist dabei das Werk in Spartanburg, das bei vielen Modellen Zollkosten vermeidet.
Für die ersten neun Monate ergibt sich bei BMW ein Absatz von 1,71 Millionen Fahrzeugen, 4,9 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Kernmarke BMW schnitt im dritten Quartal mit einem Minus von 6,8 Prozent auf knapp 479.300 Fahrzeuge etwas schwächer ab als der Gesamtkonzern, lag aber weiterhin deutlich vor Mercedes und Audi.

Volkswagen: Abschwung gewinnt an Dynamik
Beim VW-Konzern hat sich die Entwicklung zuletzt spürbar verschlechtert. Von Juli bis September setzte der Konzern über alle Marken hinweg 1,89 Millionen Fahrzeuge ab. Das waren 14,3 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Im zweiten Quartal hatte das Minus noch 8,6 Prozent betragen.
Noch schwächer lief es für die Kernmarke Volkswagen: Deren Auslieferungen gingen im dritten Quartal um 19,3 Prozent auf etwas mehr als 946.000 Fahrzeuge zurück. Zum Konzern gehören neben VW unter anderem auch Audi, Porsche, Skoda, Seat und Cupra.
Besonders problematisch bleibt China. Dort sanken die Verkaufszahlen des Konzerns um 38,5 Prozent auf 405.800 Fahrzeuge. Damit entfiel mehr als 80 Prozent des gesamten Rückgangs auf den chinesischen Markt.
Wie andere deutsche Hersteller leidet Volkswagen in China unter einem schrumpfenden Gesamtmarkt, starkem Preisdruck und wachsender Konkurrenz durch einheimische Anbieter. Das überlagert positive Entwicklungen wie die steigende Nachfrage nach Elektroautos in Europa. In den ersten neun Monaten des Jahres lieferte der Konzern insgesamt gut 6 Millionen Fahrzeuge aus, ein Minus von 9 Prozent.
Audi: Starker Einbruch durch China, USA und Modellwechsel
Audi traf es im dritten Quartal besonders hart. Die VW-Tochter lieferte von Juli bis September 314.905 Fahrzeuge aus, fast 20 Prozent weniger als im Vorjahr.
Neben der Schwäche in China belastete auch das US-Geschäft. Anders als BMW verfügt Audi dort nicht über ein eigenes Werk, das Zölle abfedern könnte. Hinzu kommen Modellwechsel bei den volumenstarken Baureihen A1 und Q2.
Wie deutlich die Marke unter Druck steht, zeigt auch der längerfristige Vergleich: Im dritten Quartal 2023 hatte Audi noch knapp 480.000 Fahrzeuge der Kernmarke ausgeliefert — rund die Hälfte mehr als jetzt.
Porsche: Keine schnelle Besserung
Auch Porsche musste im dritten Quartal einen Rückgang hinnehmen. Die Stuttgarter lieferten etwas mehr als 56.000 Sportwagen und SUV aus, 15 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Ähnlich stark fiel das Minus auch in den ersten neun Monaten aus.
Belastend wirkten das Auslaufen der Verbrennermodelle Cayman und Boxster, wegfallende Steueranreize für E-Autos in den USA und erneut das schwache China-Geschäft. Dort gingen die Verkäufe in den ersten neun Monaten um 33 Prozent auf rund 21.500 Fahrzeuge zurück.
Eine rasche Erholung erwartet Porsche nicht. Konzernchef Michael Leiters und sein Team stellen sich darauf ein, künftig nur noch höchstens rund ein Zehntel der Fahrzeuge in China zu verkaufen. 2020 hatte der Markt noch fast 35 Prozent des Porsche-Absatzes ausgemacht, 2025 waren es nur noch knapp 15 Prozent — mit weiter sinkender Tendenz.
Mercedes-Benz: Plus außerhalb Chinas reicht nicht aus
Mercedes-Benz verkaufte im dritten Quartal weltweit gut 407.000 Pkw und damit 8 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Bereits im ersten Halbjahr waren die Zahlen rückläufig gewesen.
In China sackte der Absatz zuletzt um 31 Prozent ab. Mercedes verweist auf ein weiterhin schwieriges Marktumfeld und intensiven Wettbewerb. Da China mit nahezu einem Drittel aller Pkw-Verkäufe der wichtigste Einzelmarkt des Konzerns ist, wirkt sich die Schwäche dort besonders stark aus.
Zwar verzeichnete Mercedes in den USA und in Deutschland Zuwächse, doch das konnte den Rückgang in China nicht ausgleichen. Außerhalb Chinas stiegen die Verkäufe insgesamt um 1 Prozent.
Positiv entwickelte sich das Elektrogeschäft: Im dritten Quartal setzte Mercedes weltweit 68.400 vollelektrische Fahrzeuge ab. Das entsprach einem Zuwachs von 61 Prozent gegenüber dem Vorjahr und markierte einen neuen Höchstwert.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber