Historische Tankstelle in der Fränkischen Schweiz hält an fester Preispolitik fest
Herbert Brendel, Betreiber einer der wohl ältesten Tankstellen Deutschlands, beteiligt sich nicht am inzwischen üblichen mehrfachen Anpassen der Spritpreise pro Tag. An seiner Station im oberfränkischen Gößweinstein ändern sich die Preise für Benzin und Diesel in der Regel erst dann, wenn neuer Kraftstoff geliefert wird.
Brendel bleibt seit jeher bei demselben Prinzip: Sobald die Ware angeliefert ist, kalkuliert er seinen Einkaufspreis, schlägt einen kleinen marktüblichen Betrag darauf und verkauft zu diesem Preis so lange, bis die Lieferung aufgebraucht ist.
Auch in Phasen stark schwankender Märkte hält er daran fest. So seien selbst zu Beginn des Iran-Kriegs seine Preise bis zur nächsten Lieferung unverändert geblieben. Das habe damals zu einem enormen Andrang geführt: Innerhalb von nur eineinhalb Tagen seien drei Kraftstoffsorten ausverkauft gewesen. Umgekehrt gilt allerdings auch, dass der Sprit zwischen zwei Lieferungen normalerweise nicht günstiger wird.
An Brendels Tankstelle gibt es zudem keine digitale Preisanzeige. Stattdessen muss der Betreiber die Preise noch per Hand ändern und jede einzelne Ziffer abnehmen oder neu anbringen.
Die traditionsreiche Station im Gemeindeteil Behringersmühle in der Fränkischen Schweiz wird in diesem Monat 100 Jahre alt. Brendel führt den Betrieb inzwischen in vierter Generation. Wegen ihres nostalgischen Erscheinungsbildes zieht die Tankstelle nach seinen Angaben viele Oldtimer-Fahrer an, die dort häufig für Fotos anhalten.
Unterdessen beschäftigen die hohen Kraftstoffpreise seit Wochen sowohl Verbraucher als auch Unternehmen. Nach Daten des ADAC war der April der teuerste Tankmonat aller Zeiten. Sowohl Super E10 als auch Diesel erreichten im bundesweiten Monatsdurchschnitt Rekordwerte.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion
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