Wirtschaft

Deutschlands Immobilienpreise bremsen plötzlich stark ab

Immopreise steigen weiter – aber ausgerechnet in Top-Städten bröckeln Wohnungspreise. Warum Wohnen trotzdem kaum bezahlbar wird.

24.09.2026, 08:31 Uhr

Immobilienpreise in Deutschland steigen erneut – Dynamik lässt aber nach

Die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland sind im zweiten Quartal weiter gestiegen. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamts lagen die Kosten für Häuser und Wohnungen im Schnitt 0,6 Prozent über dem Niveau des Vorjahresquartals. Damit erhöhten sich die Preise bereits zum siebten Mal in Folge, allerdings mit spürbar geringerer Geschwindigkeit.

Für das erste Quartal korrigierte die Behörde den zunächst gemeldeten Anstieg leicht nach unten: Statt 1,4 Prozent wurde nun ein Plus von 1,2 Prozent errechnet. Gegenüber dem ersten Quartal 2026 verteuerte sich Wohneigentum im Frühjahr um 0,3 Prozent.

Große regionale Unterschiede

Je nach Region entwickelte sich der Markt sehr unterschiedlich. In den sieben größten deutschen Städten – Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart und Düsseldorf – gaben die Preise für Eigentumswohnungen von April bis Juni leicht nach. Im Vergleich zum Vorjahresquartal betrug das Minus 0,4 Prozent, im Vergleich zum Vorquartal 0,5 Prozent. Das Preisniveau bleibt dort dennoch hoch.

Anders sah es in kreisfreien Großstädten außerhalb dieser Metropolen aus. Dort legten die Wohnungspreise im Jahresvergleich um 2,0 Prozent zu, gegenüber dem Vorquartal um 0,5 Prozent.

In dicht besiedelten ländlichen Regionen mussten Käuferinnen und Käufer dagegen weniger bezahlen. Hier sanken die Preise für Eigentumswohnungen binnen Jahresfrist um 1,8 Prozent und gegenüber dem ersten Quartal um 1,3 Prozent.

Neubau
Begehrtes Eigenheim: Die Immobilienpreise in Deutschland sind sieben Quartale in Folge gestiegen. (Archivbild) Quelle: Sven Hoppe/dpa

Regierung setzt auf schnellere Genehmigungen

Mehr Wohnungsbau bleibt ein zentrales Ziel der Bundesregierung aus Union und SPD. Schon die vorherige, von der SPD geführte Regierung hatte jährlich 400.000 neue Wohnungen angekündigt, dieses Ziel jedoch nie erreicht. Schätzungen zufolge fehlen in Deutschland derzeit rund eine Million Wohnungen.

Die neue Bundesregierung will mit einem sogenannten "Bau-Turbo" den Wohnungsbau beschleunigen. Vor allem schnellere Genehmigungsverfahren sollen dabei helfen, den stockenden Neubau wieder anzukurbeln.

Gleichzeitig bleibt die Lage für private und gewerbliche Bauherren schwierig. Deutlich gestiegene Baukosten belasten die Projekte, hinzu kommen höhere Finanzierungskosten: Im Zuge des Iran-Kriegs und anhaltender Inflationssorgen kletterten die Kreditzinsen zuletzt wieder auf mehr als vier Prozent.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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