Wirtschaft

Depot wieder pleite? Jetzt drohen Filial-Schließungen

Depot rutscht weiter ab: Nach vielen Filialschließungen braucht der Deko-Händler schon wieder eine Sanierung. Warum jetzt?

15.05.2026, 17:43 Uhr

Depot beantragt erneut Insolvenz in Eigenverwaltung

Die Deko-Handelskette Depot steckt wieder in finanziellen Schwierigkeiten. Die GDC Deutschland GmbH hat beim Amtsgericht Aschaffenburg ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Das wurde von einer Sprecherin des Gerichts bestätigt.

Geschäftsführer Christian Gries kündigte an, das Unternehmen sanieren zu wollen. Ziel sei es, den Geschäftsbetrieb fortzuführen und möglichst viele Standorte zu erhalten. Als Ursachen nannte er unter anderem Zölle, den zunehmenden Druck durch Onlineplattformen wie Temu sowie die zurückhaltende Kauflaune vieler Verbraucher. Der Handel befinde sich insgesamt in einer schwierigen Phase, sagte Gries. Dauerhafte Preisnachlässe seien jedoch keine tragfähige Lösung für ein profitables Geschäft.

Weitere Filialschließungen sind nach seinen Worten wahrscheinlich. Eine konkrete Zahl stehe noch nicht fest. Nun solle alles überprüft werden, auch Gespräche mit Vermietern seien geplant. Außerdem will das Unternehmen sein Konzept überarbeiten.

Anhaltende Belastungen seit der Corona-Zeit

Das Gericht hat bereits die vorläufige Eigenverwaltung angeordnet. Als vorläufiger Sachwalter wurde der Frankfurter Rechtsanwalt Thomas Rittmeister eingesetzt. Bei diesem Verfahren bleibt die Geschäftsführung zunächst im Amt. Zuerst hatte die Lebensmittelzeitung darüber berichtet.

Depot hat seinen Firmensitz im unterfränkischen Großostheim. Schon während und nach der Pandemie geriet die Kette unter Druck. Bereits 2024 hatte das Unternehmen Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet, in der Folge wurden bundesweit zahlreiche Filialen geschlossen.

Geschlossene Depot-Filiale
Viele Depot-Filialen – wie hier im nordrhein-westfälischen Hilden – wurden in den letzten Jahren geschlossen. Quelle: Christian Rothenberg/dpa

Derzeit betreibt Depot noch mehr als 150 Geschäfte. Vor einigen Jahren waren es noch rund 400. Zur aktuellen Zahl der Beschäftigten machte Gries keine Angaben.

Einzelhandel insgesamt stark unter Druck

Nicht nur Depot kämpft mit Problemen. Die gesamte Branche leidet unter schwacher Konsumstimmung und wachsender Konkurrenz aus dem Onlinehandel. Nach der monatlichen Konjunkturumfrage des Ifo-Instituts sieht inzwischen etwa jeder sechste Einzelhändler in Deutschland seine Existenz bedroht. Im April bewerteten 17,4 Prozent der Unternehmen ihre Lage als existenzgefährdend – ein Höchststand.

Erst in dieser Woche hatte auch der Non-Food-Discounter Mäc Geiz Insolvenz angemeldet. Insgesamt ist die Zahl der Firmenpleiten im Einzelhandel so hoch wie seit zehn Jahren nicht mehr. Der Kreditversicherer Allianz Trade zählte im vergangenen Jahr 2.571 Insolvenzen. Fachleute rechnen damit, dass diese Zahl weiter steigt.

Zudem verschwinden in Deutschland seit Jahren immer mehr Geschäfte vom Markt – nicht nur wegen Insolvenzen. Nach Schätzungen des Handelsverbands Deutschland könnte die Zahl der Läden in diesem Jahr auf unter 300.000 sinken. Ende 2015 lag sie noch bei rund 372.000.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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