Internationale Anleger blicken einer Umfrage zufolge trotz mancher Schwierigkeiten weiterhin sehr positiv auf Europa. Nach den Ergebnissen einer von der Deutschen Bank vorgestellten Erhebung gilt Europa unter den befragten Topmanagern als die weltweit attraktivste Zielregion für Investitionen. Innerhalb Europas nimmt Deutschland demnach klar den Spitzenplatz ein, erklärte Deutsche-Bank-Vorstand Alexander von zur Mühlen.
Das Marktforschungsinstitut Kantar hatte im Juli und August 1.200 Führungskräfte und Entscheider aus Unternehmen in 13 außereuropäischen Märkten befragt. Rund zwei Drittel der Firmen, nämlich 67 Prozent, sind bereits in Europa engagiert. Die übrigen Unternehmen planen einen Einstieg innerhalb der nächsten fünf Jahre.
Von zur Mühlen zufolge fällt das Bild von Deutschland und Europa umso günstiger aus, je größer die geografische Distanz ist. Er ist im Vorstand des größten deutschen Geldinstituts für die Regionen Asien-Pazifik, Europa, Naher Osten und Afrika sowie für Deutschland verantwortlich.
„Populismus löst keinerlei Probleme“
Positiv bewerten die Unternehmen vor allem die politische und wirtschaftliche Verlässlichkeit sowie die Innovationsfähigkeit Europas. Als Nachteile nennen sie hingegen Hindernisse im grenzüberschreitenden Geschäft, hohe Kosten und langwierige Genehmigungsverfahren. Nach Einschätzung von zur Mühlen bremst sich Europa damit vor allem selbst aus. Durch die starke Zersplitterung des Kontinents würden die Möglichkeiten des Binnenmarktes nicht voll genutzt. Kapital sei vorhanden, nun müsse Europa die Voraussetzungen schaffen, damit es tatsächlich investiert werde.
Mit Blick auf die jüngsten Landtagswahlen in Deutschland, bei denen die AfD sowohl in Sachsen-Anhalt als auch in Mecklenburg-Vorpommern stärkste Kraft geworden ist, sieht von zur Mühlen den Druck zu Reformen wachsen. Zugleich machte er deutlich, dass populistische Ansätze keine Lösungen böten. Entscheidend sei, dass Deutschland und Europa nach außen offen blieben und zugleich im Inneren den Reformkurs verstärkten.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber