Kett vor Königsklassen-Start im Fokus: Bayerns linke Seite soll den Unterschied machen
Wenn über Franziska Kett gesprochen wird, gerät selbst Klara Bühl ins Schwärmen. Vor dem Auftakt des FC Bayern in der Champions League gegen Manchester City am Dienstag (18.45 Uhr, ZDF-Mediathek und Disney+) lobte Bühl ihre Teamkollegin in den höchsten Tönen. Die 22 Jahre alte Linksverteidigerin habe eine überragende vergangene Saison gespielt, sei robust, schnell und mit beiden Füßen stark. Gerade diese Vielseitigkeit mache sie so einfallsreich und nur schwer zu stoppen.
Für die Münchnerinnen dürfte das Zusammenspiel von Kett und Bühl in der Königsklasse besonders wichtig werden. In Bestform zählt die linke Außenbahn des Duos zu den gefährlichsten in Europa. Bühl betonte, wie gut sich beide auf dem Feld ergänzen und mit ihrem Tempo immer wieder Druck entwickeln.
Comeback zur rechten Zeit
Auch Trainer José Barcala dürfte erleichtert sein, dass Kett nach fast zwei Monaten Pause wegen einer Verletzung am Sprunggelenk zuletzt beim 3:2 gegen Leverkusen zurückkehrte. Damit kommt ihr Comeback genau rechtzeitig zum Start in die Jagd auf den Champions-League-Titel. Kett selbst sagte vor der Partie in Unterhaching, dass die gesamte Mannschaft dem Spiel entgegenfiebere.
Das Ziel ist dabei klar formuliert: das Finale in Warschau im Mai. Kett erinnerte daran, dass Bayern in der vergangenen Saison bereits dicht vor dem Endspiel stand. Deshalb sei es nur logisch, nun den nächsten Schritt machen zu wollen.
Rückblick auf den Platzverweis gegen Barcelona
Das vergangene Champions-League-Jahr endete für Kett allerdings unerquicklich. Im Halbfinal-Hinspiel gegen den FC Barcelona sah sie die Rote Karte, nachdem sie Salma Paralluelo an den Haaren gezogen hatte. Kett räumte ein, dass der Platzverweis berechtigt gewesen sei, und bezeichnete die Szene als dumme Aktion. Zugleich stellte sie klar, dass keinerlei Absicht dahintergesteckt habe.

Die UEFA verkürzte ihre Sperre später auf eine Partie. Deshalb verpasste sie lediglich das Rückspiel in Barcelona, in dem Bayern ausschied, und ist nun gegen Manchester City wieder spielberechtigt.
Hochkarätige Gegner in der Ligaphase
Leicht wird die Aufgabe für die Münchnerinnen nicht. In der Ligaphase warten neben City weitere Topteams: Zuhause empfängt Bayern noch Real Madrid am 28. Oktober sowie Titelverteidiger FC Barcelona am 16. Dezember. Auswärts stehen Spiele bei Benfica Lissabon (30. September), Paris Saint-Germain (10. November) und Austria Wien (19. November) auf dem Programm.
Kett sieht in dem anspruchsvollen Los aber auch einen Vorteil. Wenn man die Champions League gewinnen wolle, sei es sogar hilfreich, schon früh auf starke Gegner zu treffen. Solche Partien seien ideal, um sich mit den Besten zu messen.
Seit der EM fest etabliert
Obwohl Kett erst seit etwas mehr als einem Jahr auf diesem Niveau regelmäßig im Rampenlicht steht, hat sie sich schnell einen Namen gemacht. Ihren großen Durchbruch schaffte sie bei der EM 2025 in der Schweiz. Seitdem ist sie auch im Nationalteam unter Bundestrainer Christian Wück fest eingeplant.
Kett sagt selbst, dass sich ihre Rolle seit diesem Turnier stark verändert habe – sowohl beim FC Bayern als auch in der Nationalmannschaft. Vorher habe sie immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen gehabt und sei vielen noch nicht so bekannt gewesen. Die starke vergangene Saison habe ihr aber enorm geholfen und ihr viel Selbstvertrauen gegeben.
Enge Verbindung zu Bühl – auch abseits des Platzes
Wie in München bildet Kett auch in der Nationalelf gemeinsam mit Bühl die linke Seite. Sie betont, wie gern sie mit ihrer Kollegin zusammenspielt. Beide hätten viele Gemeinsamkeiten, seien sich in ihrer Art ähnlich, verstünden sich auf dem Platz und auch privat sehr gut.
Während Bühl offensiv Akzente setzt, schaltet sich Kett immer wieder mutig nach vorne ein. Gerade diese Harmonie macht die linke Außenbahn des FC Bayern so wertvoll.
Vertragssituation und Blick zur WM
Auch abseits des Rasens ist Kett ein Thema: Medienberichten zufolge soll der FC Barcelona großes Interesse an ihr haben. Ihr Vertrag in München endet im kommenden Sommer.
Zunächst richtet sich der Blick aber auf die kommenden Monate – und möglicherweise auf die Weltmeisterschaft in Brasilien. Sollte sie fit bleiben, dürfte Kett gute Chancen auf eine Nominierung haben. Die deutsche Nationalmannschaft wartet seit dem WM-Triumph 2007 auf den nächsten Titel. 20 Jahre später soll nun endlich der dritte Stern folgen. Kett macht keinen Hehl daraus, dass sie daran denkt, bleibt dabei aber zurückhaltend: Für sie sei es vor allem ein großes Ziel, überhaupt bei dem Turnier dabei zu sein.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber