Deutschlands Obstbau profitiert von mildem Frühjahr: starke Kirschernte 2026
Deutschlands Obstbaubetriebe haben 2026 bei Kirschen eine der besten Ernten der vergangenen Jahre eingefahren. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden insgesamt 48.500 Tonnen Süß- und Sauerkirschen geerntet. Das entspricht einem Plus von 7,8 Prozent gegenüber dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Auch das bereits gute Vorjahresergebnis wurde noch einmal um 3,0 Prozent übertroffen. Dazu trugen vor allem milde Frühlingstemperaturen und geringere Frostschäden bei, auch wenn Hitze und Trockenheit im Sommer die Obstbäume mancherorts belasteten.
Für das Plus sorgten ausschließlich die Süßkirschen. Ihre Erntemenge belief sich auf 38.900 Tonnen und lag damit 16,2 Prozent über dem Zehnjahresmittel. Bei den Sauerkirschen fiel die Bilanz dagegen schwächer aus: Mit 9.600 Tonnen lag die Ernte 16,8 Prozent unter dem Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2025.
Je nach Region entwickelten sich die Erträge sehr unterschiedlich. In Baden-Württemberg, dem wichtigsten Anbaugebiet für Süßkirschen mit 2.600 Hektar, wurden 19.100 Tonnen geerntet. Das sind 16,7 Prozent mehr als im langjährigen Mittel. In Rheinland-Pfalz mit 660 Hektar Anbaufläche fiel die Ernte hingegen deutlich geringer aus: Dort kamen nur 2.000 Tonnen zusammen, was einem Rückgang von 37,2 Prozent entspricht. Eine ähnliche Entwicklung zeigte sich auch bei den Sauerkirschen in beiden Ländern.
Auch bei Birnen werden gute Mengen erwartet
Nach ersten vorläufigen Schätzungen dürfte 2026 zudem die Birnenernte ordentlich ausfallen. Die Obstbaubetriebe rechnen mit insgesamt 40.900 Tonnen. Das wären 7,7 Prozent mehr als im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Im Vergleich zum besonders ertragreichen Vorjahr würde die Menge allerdings um 3,3 Prozent niedriger liegen.

Das wichtigste Bundesland für den Birnenanbau bleibt Baden-Württemberg. Dort werden auf 860 Hektar voraussichtlich 18.600 Tonnen geerntet. Damit käme fast jede zweite Birne aus Deutschland aus diesem Bundesland.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber