Wirtschaft

Darum fällt der Spritpreis jetzt

Nach dem Preis-Schock an der Zapfsäule wird Tanken etwas günstiger – doch jetzt droht der nächste Stillstand.

21.09.2026, 09:57 Uhr

Spritpreise nach Rekordwerten leicht gesunken

Nach den Höchstständen der vergangenen Woche sind die Kraftstoffpreise am Wochenende etwas zurückgegangen. Nach Angaben des ADAC lag der bundesweite Tagesdurchschnitt am Sonntag für einen Liter Super E10 bei 2,279 Euro, Diesel kostete im Schnitt 2,446 Euro je Liter. Damit war E10 seit seinem Rekordwert vom Mittwoch um 3,5 Cent günstiger, Diesel seit dem Höchststand vom Donnerstag um 2,5 Cent.

Der Preisrückgang spielte sich vor allem am Freitag und Samstag ab. Am Sonntag blieb E10 praktisch unverändert, während Diesel sogar minimal teurer wurde. Auch zum Wochenstart zeigte sich zunächst kaum Bewegung: Daten des Spritpreisportals „Tankerkönig“ deuteten am Montagvormittag darauf hin, dass Benzin und Diesel im Vergleich zum gleichen Zeitpunkt des Vortags nur minimal höher lagen. Der seit Einführung der 12-Uhr-Regel übliche Mittagssprung fiel diesmal allerdings etwas schwächer aus als an den Tagen zuvor.

Rohölpreis gibt weiter nach

Für Autofahrer kamen vom Ölmarkt unterdessen eher positive Signale. Der Rohölpreis sank am Montag bis zum Mittag und damit bereits den vierten Handelstag in Folge. In der Regel ist der Ölpreis der wichtigste Einflussfaktor für die Entwicklung der Spritpreise. Daneben spielen aber auch Transportwege und Raffineriekapazitäten eine Rolle.

Besonders Diesel reagiert in Krisenzeiten empfindlich. Deshalb kostet dieser Kraftstoff derzeit trotz niedrigerer Besteuerung mehr als Benzin.

Je nach Region und Tankstelle unterscheiden sich die Preise weiterhin deutlich. Außerdem schwanken sie im Tagesverlauf stark. Während Premiumkraftstoffe an Autobahntankstellen kurz nach dem üblichen Mittagssprung zuletzt teils mehr als 3 Euro pro Liter kosteten, fanden sich am Montagmorgen in günstigeren Regionen auch zahlreiche Tankstellen mit E10-Preisen klar unter 2,20 Euro je Liter.

Neuer Tankrabatt soll kommen

Wegen der hohen Belastung für Verbraucher haben sich Bund und Länder auf einen weiteren Tankrabatt verständigt, der von Anfang Oktober bis Ende Dezember gelten soll. Vorgesehen ist eine Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel um 14 Cent pro Liter. Einschließlich der Umsatzsteuer ergibt sich daraus eine Entlastung von knapp 17 Cent je Liter.

Spätestens ab Januar 2027 ist zudem ein Spritpreisdeckel vorgesehen. Er soll allerdings nur als Kriseninstrument dienen und nicht dauerhaft gelten.

Kritik an Rabatt und Preisdeckel

Vor allem Ökonomen sehen den geplanten Tankrabatt kritisch. Sie bemängeln unter anderem, dass die Maßnahme teuer und wenig zielgenau sei, weil sie auch Menschen entlaste, die darauf nicht angewiesen sind. Zudem schwäche ein Rabatt den eigentlich beabsichtigten Effekt hoher Preise ab, nämlich die Nachfrage nach knappen Gütern zu dämpfen. Auch gegen einen staatlichen Spritpreisdeckel gab es zuletzt Kritik aus der Wirtschaftswissenschaft.

Umstritten ist außerdem, wie stark frühere Tankrabatte tatsächlich bei den Verbrauchern angekommen sind. Bei der Steuererleichterung im Sommer kamen Bundeskartellamt, Monopolkommission und Ifo-Institut laut früheren Auswertungen zu dem Ergebnis, dass der Vorteil nicht vollständig weitergegeben wurde. Die Mineralölwirtschaft weist diesen Vorwurf zurück.

Der Zentralverband Deutsches Kfz-Gewerbe (ZDK) begrüßte die Pläne dagegen. Angesichts der aktuellen Kraftstoffpreise sei staatliches Gegensteuern richtig und dringend, erklärte ZDK-Präsident Thomas Peckruhn.

Fast 59 Millionen Fahrzeuge mit Verbrenner-Antrieb

In Deutschland sind nach Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes mit Stand vom 1. Juli insgesamt 58,7 Millionen Kraftfahrzeuge zugelassen, die ganz oder teilweise mit Benzin oder Diesel betrieben werden. Rein elektrisch fahren knapp 2,6 Millionen Fahrzeuge. In diesen Zahlen sind neben Pkw auch Lastwagen, Motorräder und landwirtschaftliche Maschinen enthalten.

Bei den Pkw allein entfallen 29 Millionen auf Benziner, 13,2 Millionen auf Diesel, 4,8 Millionen auf Hybride und 2,4 Millionen auf reine Elektroautos.

Quelle: dpa/bearbeitet

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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