Bayerns Christbäume wachsen in guter Qualität – Preise dürften dennoch steigen
Ein halbes Jahr vor Weihnachten gibt es für Christbaumkäufer in Bayern zunächst eine gute Nachricht: Die Bäume entwickeln sich in diesem Jahr gut. Gleichzeitig müssen sich Verbraucher aber wohl auf höhere Preise einstellen. Grund dafür sind vor allem deutlich gestiegene Transportkosten sowie höhere Ausgaben für Energie, Dünger und Pflanzenschutz.
Nach Angaben der Interessengemeinschaft der Jungweihnachtsbaumanbauer und Schnittgrünerzeuger (IGW) aus Peiting in Oberbayern blieben größere Schäden durch Hagel und Frost heuer weitgehend aus. In den vergangenen Jahren hatten solche Wetterereignisse den Produzenten oft zu schaffen gemacht. IGW-Vorsitzender Peter Geiß erklärte, die Bestände seien derzeit in sehr guter Verfassung. Ausreichender Regen im Frühjahr habe zudem dazu beigetragen, dass sich vor allem junge Pflanzen gut entwickeln konnten. Bis ein Weihnachtsbaum geerntet wird, wächst er in der Regel zwischen acht und 13 Jahren.
Händler bestellen vorsichtig
Sorgen bereitet den Anbauern allerdings die anhaltende Inflation. Besonders belastend seien die gestiegenen Kosten für Energie, Düngemittel, Pflanzenschutz und Logistik. Nach Einschätzung der IGW haben sich die Transportkosten um etwa 30 bis 40 Prozent erhöht. Deshalb halten sich viele Großhändler mit Bestellungen derzeit zurück, während die Produzenten ihre Einschlagsmengen vorsichtig planen.
Die IGW geht deshalb von steigenden Verkaufspreisen in der kommenden Saison aus, ohne jedoch konkrete Beträge zu nennen. Im vergangenen Jahr lag der Preis für einen Meter Nordmanntanne je nach Qualität bei etwa 23 bis 30 Euro. 2022 waren dafür noch rund 20 bis 25 Euro fällig.
Günstiger ist weiterhin die Blaufichte: Für einen Meter wurden zuletzt etwa 15 bis 19 Euro verlangt. Noch vor vier Jahren kostete eine fast zwei Meter hohe Blaufichte lediglich zwischen 19 und 25 Euro.
Die IGW vertritt nach eigenen Angaben rund 80 Familienbetriebe in Deutschland und Österreich.
Rund vier Millionen Christbäume pro Jahr in Bayern
Wie das bayerische Forstministerium mitteilt, werden im Freistaat jedes Jahr etwa vier Millionen Christbäume verkauft. Der Großteil stammt aus speziell angelegten Kulturen. Rund 400 Erzeuger sind offiziell registriert. Bei den Käufern ist die Nordmanntanne besonders gefragt, gefolgt von der Blaufichte.
Bayern zählt nicht nur bei der Nachfrage, sondern auch beim Anbau zu den wichtigsten Christbaumregionen. Abgesehen von den kreisfreien Städten gibt es in nahezu jedem Landkreis Weihnachtsbaumkulturen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt im Landkreis Main-Spessart. Vor allem im Sinngrund an der Grenze zu Hessen hat sich eine wichtige Anbauregion entwickelt. Allein in Mittelsinn gibt es etwa 30 Christbaumproduzenten.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion