EH-55-Förderung für Neubauten wird bis zur Ausschöpfung verlängert
Bund und KfW setzen die Förderung für klimafreundliche Neubauten im EH-55-Standard über den 30. Juni hinaus fort. Nach Angaben des Bundesbauministeriums und der Förderbank können Anträge gestellt werden, bis die bereitstehenden Mittel aufgebraucht sind – spätestens jedoch bis zum Jahresende.
Die Bundesregierung hatte das Programm erst im Dezember wieder aufgelegt. Unterstützt werden Neubauten, die nur 55 Prozent der Energie eines herkömmlichen Standardhauses benötigen.
Bereits hohe Nachfrage nach dem Programm
Wie das Bundesbauministerium mitteilte, wurden bis zum 15. Juni bereits rund 33.700 Wohnungen mit insgesamt etwa 3,2 Milliarden Euro gefördert. Im Fördertopf verblieben demnach noch rund 343 Millionen Euro.
Bundesbauministerin Verena Hubertz verwies auf das zuletzt gestiegene Interesse an der Förderung. Gleichzeitig belaste der Krieg zwischen Israel und dem Iran die Bauwirtschaft durch höhere Kosten. Das noch verfügbare Geld solle deshalb dort eingesetzt werden, wo es aktuell gebraucht werde.
Förderung über günstige KfW-Kredite
Die Unterstützung erfolgt weiterhin über zinsgünstige Darlehen der KfW. Vorgesehen bleibt nach Möglichkeit ein effektiver Jahreszins von einem Prozent bei einer Laufzeit von zehn Jahren und ebenso langer Zinsbindung. Zusätzliche Mittel sollen jedoch nicht bereitgestellt werden.
Voraussetzung für die Förderung ist neben dem EH-55-Standard, dass die Wärmeversorgung vollständig aus erneuerbaren Energien stammt. Neubauten mit Öl- oder Gasheizungen sind daher ausgeschlossen. Außerdem muss zum Zeitpunkt des Antrags bereits eine Baugenehmigung vorliegen.
Hintergrund zur Wiedereinführung
Die frühere Ampel-Koalition hatte die EH-55-Förderung im Jahr 2022 beendet. Begründet wurde dies damit, dass dieser Effizienzstandard am Markt inzwischen üblich sei. Stattdessen sollte nur noch der strengere und teurere EH-40-Standard gefördert werden. In der Folge stoppten viele Investoren ihre Planungen für EH-55-Projekte oder verzichteten ganz auf den Bau.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion