Eine groß angelegte Cyberattacke hat in Frankreich die Kühltechnik mehrerer großer Supermarktketten gestört. Nach Angaben der Handelsgruppe Les Mousquetaires, zu der unter anderem Intermarché und Netto gehören, stellten Angreifer in der Nacht auf Montag Kühl- und Tiefkühlgeräte auf Abtaubetrieb um. Rund 150 Filialen des Unternehmens im ganzen Land seien betroffen gewesen.
Neu hinzugekommen ist, dass auch Carrefour von der Störung betroffen ist. Der Konzern erklärte, vor allem 80 Supermärkte seien beeinträchtigt worden – bei insgesamt 6.000 Geschäften.
Auch Dominique Schelcher, Chef der Coopérative U, bestätigte auf X einen Angriff auf Kühlanlagen in mehreren Märkten. Er sprach von einem beispiellosen und inakzeptablen Vorfall. Französischen Medien zufolge könnten noch weitere Handelsketten betroffen sein.
Nach Darstellung von Les Mousquetaires zielte die Attacke auf den dänischen Technik-Dienstleister Danfoss, dessen Systeme von verschiedenen Lebensmittelhändlern genutzt werden. Das Unternehmen erklärte, über die Vorfälle in Frankreich informiert zu sein. Betroffen sei eine begrenzte Anzahl von Kühlsystemen; bei der überwiegenden Mehrheit handele es sich um ältere Produkte. Danfoss teilte zudem mit, man nehme die Lage sehr ernst.
Zahlreiche Waren müssen entsorgt werden
Durch den Ausfall der Kühlung seien viele Produkte unbrauchbar geworden und müssten weggeworfen werden, erklärte ein Sprecher von Les Mousquetaires. Wie hoch der wirtschaftliche Schaden ausfällt, ist bislang unklar. Bei Coopérative U arbeiten die Teams gemeinsam mit Spezialisten für Kältetechnik daran, den Normalbetrieb so schnell wie möglich wiederherzustellen.
Pariser Staatsanwaltschaft untersucht den Fall
Die auf Cyberkriminalität spezialisierte Abteilung der Staatsanwaltschaft Paris hat die Ermittlungen übernommen. Nach Behördenangaben gingen zudem Meldungen über Brände ein. Die Untersuchung soll nun klären, welche Unternehmen betroffen sind und ob ein Zusammenhang zwischen dem Angriff und den gemeldeten Schäden besteht.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber