Wirtschaft

Brisante Wende: EU will Fischfang radikal umkrempeln

Energiekosten explodieren, Fischbestände schwinden: Kann der EU-Plan Europas Fischerei noch retten? Erste Ideen liegen vor.

20.10.2026, 18:31 Uhr

Die EU-Kommission hat eine Strategie bis 2040 vorgestellt, mit der Fischerei und Aquakultur in Europa robuster und nachhaltiger werden sollen. Geplant sind unter anderem modernere und klimafreundlichere Fangflotten, weniger ungewollter Beifang, gezielte Hilfe für kleine Betriebe, besserer Schutz vor unfairen Wettbewerbsbedingungen auf dem Weltmarkt sowie eine stärkere Nachfrage nach Fisch und Meeresfrüchten aus der EU.

EU-Fischereikommissar Costas Kadis erklärte bei der Präsentation in Straßburg, die Branche stehe unter wachsendem Druck. Als Probleme nannte er unter anderem schwankende Energiepreise, die Folgen des Klimawandels, sinkende Fischbestände, Nutzungskonflikte auf See und eine zunehmend ältere Belegschaft. Konkrete Gesetzesinitiativen legte die Kommission zunächst jedoch nicht vor.

Investitionen in moderne Schiffe

Ein zentraler Punkt der Strategie ist die Förderung von Investitionen in sparsamere und umweltfreundlichere Schiffe. Zudem will die Kommission bis 2029 eine digitale Rückverfolgbarkeit entlang der gesamten Lieferkette voranbringen, damit Verbraucherinnen und Verbraucher gezielt zu Produkten aus der EU greifen können.

Auch beim Thema Beifang sucht Brüssel nach neuen Wegen. Gemeinsam mit der Branche sollen Lösungen entwickelt werden, um ungewollte Fänge stärker zu vermeiden. Nach Einschätzung der Kommission hat die bisherige Pflicht, alle gefangenen regulierten Arten an Land zu bringen, nicht den erhofften Erfolg gebracht. Künftig sollen daher neue technische Möglichkeiten und eine umfassendere Erfassung der Fänge helfen.

Nachwuchs für die Branche gesucht

Bereits im kommenden Jahr will die Kommission außerdem ein Konzept vorlegen, um mehr junge Menschen für Berufe in Fischerei und Aquakultur zu gewinnen. Kadis betonte, dass das Interesse an diesem Berufsfeld derzeit gering sei.

Nach Angaben der Kommission sind in der EU mehr als 200.000 Menschen in Fischerei und Aquakultur beschäftigt. Hinzu kommen zahlreiche weitere Arbeitsplätze in Verarbeitung, Handel und Vermarktung.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen