Wirtschaft

Rettung für Galeria? Neuer Kredit schafft mehr Spielraum

Trotz Insolvenz: Bei Galeria keimt kurz vor Weihnachten neue Hoffnung auf – diese Nachricht könnte die Wende bringen.

20.10.2026, 14:20 Uhr

Galeria sichert sich Finanzierung für das Weihnachtsgeschäft

Die insolvente Warenhauskette Galeria kann für das wichtige Weihnachtsgeschäft auf frische Mittel zugreifen. Wie das Unternehmen in Düsseldorf mitteilte, wurde mit der US-Investmentgesellschaft Gordon Brothers ein Vertrag über ein sogenanntes Massedarlehen geschlossen.

Ein solcher Kredit dient in einem Insolvenzverfahren dazu, den laufenden Betrieb eines Unternehmens zu sichern. Für den Geldgeber ist das Risiko vergleichsweise begrenzt, weil seine Forderungen im Gläubigerrang bevorzugt behandelt werden.

Nach Angaben von Galeria liegen die notwendigen Zustimmungen des Amtsgerichts und des Gläubigerausschusses vor. Das Unternehmen wertet die Vereinbarung als wichtigen Schritt zur Stabilisierung des Tagesgeschäfts. Durch die bereitgestellten Finanzmittel habe Galeria nun wieder deutlich mehr Handlungsspielraum.

Damit sei auch die Versorgung mit Waren gesichert, teilte das Unternehmen weiter mit. Zudem könnten Zahlungen im Rahmen der üblichen Abläufe wieder geprüft und freigegeben werden. Kundinnen und Kunden können Gutscheine den Angaben zufolge ab sofort wieder einlösen und neu erwerben.

Galeria hatte erst vor Kurzem erneut Insolvenz angemeldet. Der Betrieb in den derzeit 83 Filialen wird zunächst fortgesetzt. Welche Standorte langfristig bestehen bleiben, ist jedoch noch offen. Der vorläufige Insolvenzverwalter Frank Kebekus will das Filialnetz überprüfen und jedes einzelne Haus auf seine wirtschaftliche Tragfähigkeit untersuchen.

Die bisherigen Eigentümer, die US-Investmentgesellschaft NRDC und eine Beteiligungsgesellschaft des Unternehmers Bernd Beetz, hatten Galeria im Sommer 2024 übernommen. Zuletzt hatten Handelsexperten und die Gewerkschaft Verdi ihnen wiederholt vorgeworfen, nicht genug Kapital in das Unternehmen gesteckt zu haben.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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