Wirtschaft

Jobabbau bei BMW: Das Aus fürs Abfindungsprogramm

Der Andrang war enorm: BMW stoppt das Abfindungsprogramm vorzeitig – viele Offerten sollen weit über 100.000 Euro liegen.

20.10.2026, 14:28 Uhr

BMW beendet sein Abfindungsprogramm in Deutschland früher als geplant, weil sich offenbar deutlich mehr Beschäftigte als erwartet für einen freiwilligen Austritt interessieren. Nach Angaben des Unternehmens sei das Ziel des Programms bereits vorzeitig erreicht worden. Erst vor rund drei Wochen hatten zahlreiche Mitarbeiter ihre individuellen Angebote erhalten. Bis Mitte November soll das Verfahren nun abgeschlossen sein.

Dann soll für alle Bewerber feststehen, ob es tatsächlich zu einem Aufhebungsvertrag kommt, heißt es aus Unternehmenskreisen. Für den Großteil der Interessenten dürfte dies zutreffen, allerdings nicht für jeden. Neue Anmeldungen werden nicht mehr angenommen.

Tausende Stellen wohl betroffen

BMW hatte das Programm im Sommer angekündigt, ohne eine genaue Zahl zu nennen. Aus Konzernkreisen war damals jedoch zu hören, dass weltweit rund 8.000 Stellen wegfallen sollen, mehr als die Hälfte davon in Deutschland. Daraus lässt sich ableiten, dass sich vermutlich etwa 5.000 Beschäftigte für das Angebot gemeldet haben.

Hohe Nachfrage legte Systeme kurz lahm

Als die Offerten Anfang Oktober freigeschaltet wurden, war der Andrang so groß, dass interne Systeme zeitweise überlastet waren. Nach Informationen aus dem Umfeld des Konzerns hielt dies jedoch nur einige Stunden an. Danach konnten alle Interessenten ihre Unterlagen einsehen und sich registrieren.

Viele Abfindungen wohl im sechsstelligen Bereich

Frühere Aussagen des Unternehmens deuten darauf hin, dass BMW für das Programm Rückstellungen von etwas mehr als einer Milliarde Euro gebildet hat. Rechnerisch spricht vieles dafür, dass zahlreiche Abfindungen klar im sechsstelligen Bereich liegen.

Ursprünglich war das Programm bis Oktober 2027 angelegt. Dieser Termin bezog sich jedoch auf das späteste Ende der jeweiligen Arbeitsverhältnisse. Auch jetzt werden daher nicht alle Verträge sofort wirksam.

Das Angebot richtete sich in Deutschland ausschließlich an sogenannte indirekte Bereiche wie Verwaltung oder Entwicklung. Mitarbeiter in der Produktion waren ausdrücklich ausgenommen. Besonders stark betroffen ist deshalb der Standort München, wo viele Beschäftigte außerhalb der Fertigung arbeiten.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen