Wirtschaft

Trump wollte Spirit retten – vergeblich

Spirit am Boden: Explodierende Kerosinpreise und gescheiterte Trump-Hilfe reißen den US-Billigflieger in die Pleite.

03.05.2026, 09:17 Uhr

Der US-Billigflieger Spirit Airlines stellt seinen Betrieb endgültig ein. Das Unternehmen erklärte, die geordnete Abwicklung des Flugbetriebs habe begonnen. Sämtliche Verbindungen wurden gestrichen, zudem ist der Kundenservice nicht mehr erreichbar. Zuvor hatte die Regierung von Präsident Donald Trump noch über eine Rettungslösung gesprochen, bei der der Staat im Gegenzug für einen Kredit Anteile an der Airline übernommen hätte.

Medien zufolge stand eine Unterstützung von etwa 500 Millionen US-Dollar im Raum. Im Gegenzug hätte der US-Staat bis zu 90 Prozent an Spirit erhalten können. Trump hatte zuletzt darauf gepocht, dass der Staat dabei als vorrangiger Gläubiger behandelt wird. Andere potenzielle Geldgeber lehnten die Bedingungen aber offenbar ab, sodass die Verhandlungen ohne Ergebnis endeten.

Hohe Treibstoffkosten als Belastung

Seit August des vergangenen Jahres befand sich Spirit bereits im zweiten Insolvenzverfahren innerhalb von weniger als einem Jahr. Eigentlich war geplant, das Verfahren im Sommer mit einer geringeren Schuldenlast zu verlassen. Diese Hoffnung zerschlug sich jedoch durch die im Zuge des Iran-Kriegs stark gestiegenen Kerosinpreise.

Firmenchef Dave Davis sprach von einem „plötzlichen und anhaltenden“ Kostenschub, der am Ende keine andere Wahl gelassen habe, als den Betrieb einzustellen. Zwar sichern sich Fluggesellschaften häufig gegen starke Preisschwankungen beim Treibstoff ab, doch auch solche Absicherungen verursachen zusätzliche Kosten.

Passagiere mit bereits gebuchten Flügen wurden aufgefordert, nicht mehr zum Flughafen zu fahren. Nach Angaben des Unternehmens sollen Kunden den Ticketpreis zurückerstattet bekommen. US-Medien berichteten allerdings bereits von gestrandeten Reisenden an mehreren Flughäfen. So zeigte der Sender WWJ Newsradio 950 in Detroit etwa rund 200 Menschen, deren Flug nach Los Angeles kurzfristig ausfiel. Viele Betroffene mussten sich vor allem für das Wochenende eilig nach Ersatzverbindungen umsehen. Andere Airlines wie United und Southwest kündigten Sondertarife für Spirit-Kunden an.

Probleme im Geschäftsmodell

In der Branche gilt die Krise von Spirit weithin als selbst verschuldet. Scott Kirby, Chef des deutlich größeren Konkurrenten United Airlines, sagte, die Schwierigkeiten lägen vor allem im Geschäftsmodell der Gesellschaft; die gestiegenen Treibstoffpreise hätten den Niedergang lediglich beschleunigt.

Bereits 2022 sollte Spirit vom Konkurrenten JetBlue übernommen werden. Doch die Wettbewerbsbehörden unter der damaligen Regierung von Präsident Joe Biden gingen dagegen gerichtlich vor, und ein Richter stoppte die Transaktion. Trumps Verkehrsminister Sean Duffy machte nun vor allem das Scheitern dieser Übernahme für das Ende der Airline verantwortlich.

Staatshilfe wäre ungewöhnlich gewesen

Zwar hat die US-Regierung die Luftfahrtbranche in früheren Krisen unterstützt, etwa nach den Anschlägen vom 11. September 2001 oder während der Corona-Pandemie. Eine direkte Rettungsaktion zugunsten nur eines einzelnen Unternehmens wäre jedoch ein ungewöhnlicher Schritt gewesen.

Trump hatte in seiner zweiten Amtszeit allerdings mehrfach signalisiert, dass er staatliche Beteiligungen an Unternehmen als Gegenleistung für Hilfen grundsätzlich befürwortet. So sicherte sich die US-Regierung zuletzt rund zehn Prozent am Chiphersteller Intel, nachdem dem Konzern zuvor milliardenschwere Subventionen zugesagt worden waren.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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