Wirtschaft

BMW-Gewinn stürzt ab – und das dicke Ende kommt erst

Schock am Abend: BMW warnt schon wieder vor weniger Gewinn. China drückt jetzt – und im vierten Quartal droht noch mehr Ärger.

04.11.2026, 07:30 Uhr

BMW verdient im dritten Quartal deutlich weniger

BMW hat im dritten Quartal unter dem Strich 1,45 Milliarden Euro verdient. Das sind nach Angaben des Unternehmens knapp 15 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Auch für das laufende vierte Quartal fallen die Erwartungen nach der am Dienstagabend veröffentlichten Gewinnwarnung gedämpft aus.

Ein wesentlicher Grund für den Rückgang ist das schwache Geschäft in China. Wie andere deutsche Autobauer bekommt auch BMW die Probleme auf dem weltweit wichtigsten Automarkt zu spüren: Die Nachfrage nimmt ab, gleichzeitig verschärfen sich Wettbewerb und Preisdruck. In China ging der Absatz von BMW um etwa ein Viertel zurück.

Im Vergleich zu einigen Konkurrenten ist BMW jedoch weniger stark vom chinesischen Markt abhängig. Zudem konnte der Konzern einen Teil der Einbußen durch bessere Verkäufe in Europa und den USA ausgleichen. Insgesamt sank der Absatz deshalb um 6,3 Prozent. Der Umsatz verringerte sich um 5,8 Prozent auf 30,5 Milliarden Euro.

Zweite Gewinnwarnung in diesem Jahr

Bereits am Vorabend der Quartalszahlen hatte BMW seine Prognose erneut gesenkt. Es ist die zweite Gewinnwarnung in diesem Jahr und bereits die dritte innerhalb von 13 Monaten. Für das laufende Jahr rechnet der Konzern bei der Ebit-Marge im Automobilgeschäft nun nur noch mit einem Wert zwischen minus 0,5 und plus 0,5 Prozent. Zuvor hatte BMW noch 1 bis 3 Prozent in Aussicht gestellt. Damit ist nicht ausgeschlossen, dass das Kerngeschäft Verluste schreibt.

Belastend wirkt dabei ausgerechnet das Sparprogramm. Dessen Kosten drücken zusammen mit weiteren Effekten auf die Profitabilität. Das im Sommer angekündigte Programm war Anfang Oktober gestartet, aber schon nach weniger als drei Wochen wieder beendet worden, weil sich überraschend viele Beschäftigte für einen freiwilligen Ausstieg gegen teils hohe Abfindungen interessierten. Aus früheren Aussagen des Unternehmens geht hervor, dass BMW dafür mit Kosten von mehr als einer Milliarde Euro kalkuliert hatte. Hinzu kommen Ausgaben, weil ältere Modelle früher als geplant eingestellt werden.

BMW-Chef Milan Nedeljkovic
BMW-Chef Milan Nedeljkovic ist noch kein Jahr im Amt, musste aber bereits die zweite Gewinnwarnung veröffentlichen. (Archivbild) Quelle: Sven Hoppe/dpa

Finanzchef Walter Mertl bezeichnete die Belastungen als Investition in die Zukunft. Die geplante Neuausrichtung müsse zügig umgesetzt werden, Effizienz und schlankere Strukturen sollten noch in diesem Jahr vorangetrieben werden, um die Margen langfristig zu verbessern. Auch Konzernchef Milan Nedeljkovic hob hervor, dass die Lage in der Branche schnelles Handeln und klare strukturelle Maßnahmen verlange.

Schwächere Absatzprognose

Auch beim Absatz ist BMW vorsichtiger geworden. Der Konzern rechnet nun mit einem moderaten Rückgang, also mit einem Minus von 5 bis 9,9 Prozent. Bisher war lediglich von einem leichten Rückgang zwischen 1 und 4,9 Prozent ausgegangen worden.

Unverändert blieb dagegen die Prognose für den Gewinn vor Steuern. Hier erwartet BMW allerdings bereits seit der ersten Gewinnwarnung im Frühsommer einen deutlichen Rückgang von mehr als 15 Prozent.

Mit dem Quartalsgewinn von 1,45 Milliarden Euro lag BMW leicht unter Mercedes, das 1,52 Milliarden Euro verdiente. Im Vergleich zu Audi und Volkswagen fiel das Ergebnis der Münchner jedoch deutlich besser aus.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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