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Eric Danes ergreifendes Bekenntnis: «Gebt niemals auf»

ALS, Abschied, letzte Worte: Nach seinem Tod erscheinen Eric Danes bewegende Memoiren – was der «Grey’s Anatomy»-Star enthüllt

04.11.2026, 07:00 Uhr

Eric Dane hinterlässt mit seinen Memoiren ein schonungslos persönliches Vermächtnis

Als „McSteamy“ aus Grey’s Anatomy wurde Eric Dane weltweit bekannt. Sechs Jahre lang spielte er den charismatischen Chirurgen Dr. Mark Sloan an der Seite von Patrick Dempsey als Derek „McDreamy“ Shepherd. Die Erfolgsserie machte ihn zum Star. Im April 2025 machte Dane öffentlich, dass bei ihm ALS diagnostiziert worden war. Im vergangenen Februar starb der Schauspieler im Alter von 53 Jahren.

Mit dem Buch „Die angezählten Tage“, das im Hannibal-Verlag erscheint, hinterlässt Dane einen tief persönlichen Rückblick auf sein Leben. Die Memoiren gehen weit über eine bloße Karrierechronik hinaus: Im Wissen um seine begrenzte Zeit zieht er Bilanz und richtet sich vor allem an seine Töchter Billie und Georgia. Ihnen widmete er das Buch und gab ihnen mehrere Lebensratschläge mit – allen voran: „Gebt niemals auf. Egal, was euch widerfährt, kämpft bis zum letzten Atemzug.“

Erinnerungen statt klassischer Kapitel

Das Buch folgt keiner klassischen Kapitelstruktur, sondern besteht aus einzelnen Momentaufnahmen. Gleich zu Beginn schildert Dane eine Szene um 6.15 Uhr morgens: Eine Pflegerin hält ihm ein Telefon an den Mund, damit er seiner jüngeren Tochter eine SMS diktieren kann. Er könne das Gerät nicht mehr selbst greifen und auch seinen Hals nicht mehr drehen, schreibt er. Bewegungsunfähig liege er im Bett wie ein „erwachsenes Kleinkind“.

Erste Anzeichen der Krankheit

Unter der Überschrift „Der Tag, an dem es mir entglitt“ blickt Dane auf die ersten Symptome im Januar 2024 zurück. Seine Hand kribbelte, die Finger wurden taub, selbst Sushi-Stäbchen konnte er nicht mehr halten. Nach vielen Arztbesuchen erhielt er im November schließlich die Diagnose, die er als ein „Todesurteil“ empfand.

ALS, die Amyotrophe Lateralsklerose, betrifft das zentrale und periphere Nervensystem. Nerven werden dabei zerstört; die Krankheit führt zu Muskelschwund, Lähmungen sowie Störungen beim Sprechen, Schlucken und Atmen und endet tödlich. Dane fand dafür drastische Worte und nannte sie eine „arschgeleckte lebensverändernde Scheißkrankheit“. Zugleich schrieb er, sie habe ihm etwas Unerwartetes geschenkt: die Fähigkeit, ganz im Moment zu leben.

Schwere Kindheit und frühe Verluste

In seinen Erinnerungen blickt der Schauspieler auch auf seine schwierige Kindheit in San Francisco zurück. Seine Eltern trennten sich, als er sechs Jahre alt war. Kurz darauf nahm sich sein Vater das Leben, wenig später starb auch seine geliebte Großmutter. Dann kam ein Stiefvater in die ohnehin zerrüttete Familie. Rückblickend schrieb Dane, er habe damals beschlossen, stark zu sein und seine Gefühle konsequent zu unterdrücken.

„Ich möchte Fernsehstar werden“

Mit 17 Jahren besuchte er einen Schauspielkurs an seiner Schule und fasste einen klaren Entschluss: „Ich möchte Fernsehstar werden.“ Im Mai 1990 ging er ohne High-School-Abschluss und mit nur 40 Dollar in der Tasche nach Hollywood. Der schnelle Durchbruch blieb jedoch zunächst aus.

Auf gut 240 Seiten spricht Dane offen über Schwächen, Fehler, Abstürze und Versäumnisse. Er beschönigt nichts. Seine Töchter sollten ihn vollständig kennenlernen – nicht als makellosen Prominenten, sondern als unvollkommenen Menschen mit all seinen Makeln.

Drogen, Abstürze und der Kampf zurück

Dane schreibt auch über seinen Drogenkonsum. Er nahm unter anderem Heroin, Kokain und Speedballs. In Clubs und auf Partys traf er nach eigener Darstellung viele andere Menschen mit großen Träumen, darunter auch Matthew Perry. Nur um Haaresbreite sei er an einem völligen Zusammenbruch vorbeigeschrammt. Mehrfach begab er sich in Entzugskliniken.

Der große Durchbruch als „McSteamy“

Trotz vieler Rückschläge ging es beruflich langsam bergauf. Dane spielte zunächst kleinere Rollen in Serien wie California High School, Eine schrecklich nette Familie und Charmed – Zauberhafte Hexen. Auf einer Party lernte er die Schauspielerin Rebecca Gayheart kennen. Aus der Begegnung wurde eine stürmische Romanze, die 2004 in einer Blitzhochzeit in Las Vegas endete.

Laut Dane verdankte er Gayheart auch die Rolle des Mark Sloan. Eigentlich habe ihn sein großes Ego gebremst, weil er nur eine Hauptrolle habe spielen wollen. Erst auf ihr Drängen erschien er zum Vorsprechen für den zunächst kleinen Gastauftritt – aus dem später eine seiner prägendsten Rollen wurde.

Grey’s Anatomy wurde für ihn zum „Traumjob“. Von Staffel 3 bis 9 gehörte er zur Hauptbesetzung. 2012 endete die Geschichte von „McSteamy“ mit einem Flugzeugabsturz in der Serie. Zu dieser Zeit, so räumt Dane ein, war er nach einem Bandscheibenvorfall längst wieder in die Sucht geraten, unter anderem durch Schmerzmittel. Während seiner Zeit bei der Serie machte er nach eigenen Angaben fünf Entzüge.

Dane machte die Diagnose 2025 öffentlich

Als Eric Dane im Frühjahr 2025 seine ALS-Erkrankung öffentlich machte, sagte er dem US-Magazin People: „Ich bin dankbar, dass meine liebevolle Familie an meiner Seite ist, wenn wir dieses nächste Kapitel meistern.“

Mit Rebecca Gayheart, die er 2004 heiratete, bekam er zwei Töchter, geboren 2010 und 2011. Nach 14 Ehejahren reichte Gayheart zwar die Scheidung ein, zog den Antrag später aber zurück. In seinem Buch beschreibt Dane sie weiterhin als seine beste Freundin.

„Lebt jeden Moment aus vollem Herzen“

Bei der Ankündigung seines Buchprojekts im Dezember 2025 erklärte Dane, er wolle die Leser daran erinnern, jeden Moment aus vollem Herzen zu leben. Zu diesem Zeitpunkt war er bereits auf einen Rollstuhl angewiesen.

Am Ende des Buches schreibt er, die Krankheit habe sich schneller entwickelt als vorhergesagt. „Wozu hat man Arme oder Beine, wenn man sie nicht benutzen kann?“, fragt er. Besonders schmerzlich ist eine weitere Erkenntnis: Irgendwann in den vergangenen Monaten habe er seine Tochter zum letzten Mal umarmt – ohne zu wissen, dass es das letzte Mal sein würde.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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