Wirtschaft

Bericht: VWs Sparpläne könnten Milliarden verbrennen

VW plant den radikalen Kahlschlag: Jobs und Werke wackeln – doch bevor Milliarden gespart werden, droht erst ein Kostenschock.

10.09.2026, 14:43 Uhr

Bericht: Volkswagen rechnet mit bis zu 16 Milliarden Euro für Stellenabbau und mögliche Werksschließungen

Volkswagen stellt sich laut einem Medienbericht auf Kosten von bis zu 16 Milliarden Euro ein, um den geplanten Abbau von Zehntausenden Arbeitsplätzen sowie mögliche Werksschließungen in Deutschland zu stemmen. Wie der „Spiegel“ unter Berufung auf einen jüngsten Beschluss des Aufsichtsrats und weitere interne Unterlagen berichtet, könnten allein für den Personalabbau bis zum Jahr 2030 rund zehn Milliarden Euro anfallen. Das Geld sei demnach unter anderem für Altersteilzeit, Abfindungen und Sozialpläne vorgesehen.

Für ein mögliches Ende der Fahrzeugproduktion in den Werken Emden und Zwickau im Jahr 2031 kalkuliert das Management um Konzernchef Oliver Blume dem Bericht zufolge mit insgesamt etwa zwei Milliarden Euro. Für das Nutzfahrzeugwerk Hannover sowie den Audi-Standort Neckarsulm, deren Zukunft demnach 2032 beziehungsweise 2034 auf der Kippe steht, veranschlage Volkswagen jeweils weitere zwei Milliarden Euro. Bereits Anfang 2037 könnten die eingesparten Personalkosten diese Belastungen jedoch wieder ausgleichen. Ein Unternehmenssprecher äußerte sich zu den genannten Summen nicht.

Ob diese Berechnungen realistisch sind, bleibt offen. Vertreter der Arbeitnehmerseite gehen offenbar von deutlich höheren Kosten aus. Als Vergleich gilt das geschlossene Audi-Werk in Brüssel: Die Aufgabe des Standorts mit gut 3.000 Beschäftigten habe Audi rund 1,6 Milliarden Euro gekostet. An den nun betroffenen vier Standorten arbeiten allerdings wesentlich mehr Menschen.

VW-Werk in Emden
Die Zukunft von vier VW- und Audi-Standorte ist weiter ungewiss: Hannover, Zwickau, Neckarsulm und – hier im Bild – Emden. (Archivbild) Quelle: Lars Penning/dpa

Tiefgreifender Umbau bei VW

Der Aufsichtsrat des Autobauers hatte in der vergangenen Woche einstimmig einem vom Vorstand vorgelegten „Zukunftsplan“ zugestimmt. Ziel des Programms ist es, Volkswagen widerstandsfähiger und konkurrenzfähiger zu machen. Nach Unternehmensangaben handelt es sich um das umfassendste Transformationsprogramm in der Geschichte des Konzerns.

Im Mittelpunkt steht dabei ein ehrgeiziges Finanzziel: Bis 2030 soll die operative Rendite deutlich steigen. Künftig sollen von 100 Euro Umsatz rund neun Euro als operativer Gewinn übrig bleiben. Zur Jahresmitte lag dieser Wert noch bei 3,80 Euro.

Um das zu erreichen, will VW die Effizienz spürbar erhöhen und die Kosten massiv drücken. Geplant ist deshalb, in den kommenden Jahren 50.000 zusätzliche Stellen abzubauen. Etwa die Hälfte davon könnte auf Deutschland entfallen. Konkrete Programme dafür müssen allerdings noch mit den Arbeitnehmervertretern verhandelt werden.

Zukunft mehrerer Standorte weiter offen

Zudem sieht der Vorstand derzeit keine wirtschaftlich tragfähige Anschlussnutzung für die Werke in Emden, Zwickau und Hannover sowie für den Audi-Standort Neckarsulm. Der Aufsichtsrat habe diese Einschätzung zur Kenntnis genommen, eine Entscheidung über Schließungen sei jedoch nicht gefallen.

Stattdessen soll bis Mitte 2027 ein Konzept für eine wettbewerbsfähige europäische Produktionsstruktur vorgelegt werden. Parallel dazu würden für die vier gefährdeten Standorte auch alternative Nutzungsmöglichkeiten geprüft.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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