Die bayerische Bauwirtschaft hat einen erhofften Aufschwung wegen der Auswirkungen des Iran-Kriegs nicht erlebt. Nach Angaben von Georg Gerhäuser, Präsident des Landesverbands Bayerischer Bauinnungen, treffen vor allem die höheren Dieselpreise die Betriebe direkt.
Zugleich verteuern sich nach seinen Worten auch Baustoffe, die auf Erdöl basieren oder besonders energieintensiv hergestellt werden. Das mache sich spürbar bei den Einkaufskosten bemerkbar. Vom Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaschutz komme in der Baupraxis bislang kaum etwas an. In einer Verbandsumfrage bewerteten nur 13,3 Prozent der Unternehmen ihre aktuelle Lage als gut. Im Jahr zuvor waren es noch 15 Prozent.
Zu wenig Aufträge und Fachkräftemangel bremsen die Branche
Wie bereits im Vorjahr leidet die Bautätigkeit vor allem unter fehlenden Aufträgen und dem Mangel an Arbeitskräften. Hinzu kommen steigende Preise und erste Probleme bei der Lieferung von Baumaterialien, die den Baufortschritt zusätzlich behindern.
Laut Umfrage klagen 96,4 Prozent der Betriebe über höhere Einkaufskosten. 2025 hatten das lediglich 42,5 Prozent angegeben. Etwa jedes zweite Unternehmen rechnet im laufenden Jahr mit rückläufigen Umsätzen.
Besonders schwierig bleibt die Lage im öffentlichen Hochbau. Dort berichten 72,5 Prozent der Firmen von einem Mangel an Aufträgen. Im Wohnungsbau, im Wirtschaftsbau und im Straßenbau stellt sich die Situation kaum besser dar. Auch vom sogenannten Bau-Turbo spüren viele Unternehmen offenbar wenig: 50,2 Prozent sehen laut Gerhäuser keinerlei Auswirkungen.
Mehr Ausbildungsplätze geplant
Trotz der angespannten Lage gibt es auch einen Lichtblick. Viele Bauunternehmen wollen ihr Engagement bei der Ausbildung ausbauen. Nach Verbandsangaben planen 32,4 Prozent der Betriebe, mehr Lehrlinge einzustellen. Das sind fast acht Prozentpunkte mehr als 2025.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion