Allgemein

Schulklo als Horrorzone? Dieses Portal hilft sofort

Ekel-Klos an Schulen sind mehr als nur peinlich – sie machen krank. Ein neues Portal zeigt, wie Schüler das jetzt selbst ändern.

20.05.2026, 13:41 Uhr

Viele Schultoiletten gelten für Kinder und Jugendliche als unangenehme, teils sogar angstbesetzte Orte. Ein neues Online-Portal will das ändern: Unter dem Titel „Toiletten machen Schule“ erhalten Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte konkrete Anregungen, wie sie Sanitärbereiche gemeinsam in saubere und gern genutzte Räume verwandeln können. Auf der Website gibt es praktische Hinweise, Organisationshilfen und Beispiele gelungener Projekte.

Initiative für bessere Schultoiletten

Hinter dem Angebot steht die German Toilet Organization. Svenja Ksoll vom Trägerverein betont, dass schon mit überschaubarem finanziellem Aufwand viel erreicht werden könne. Pflanzen, angenehme Beleuchtung, Duftspender, Wandgestaltung oder sogar Musik könnten die Atmosphäre bereits deutlich verbessern. Die Aktion „Rette die Toilette!“ richtet sich an sämtliche rund 33.000 Schulen in Deutschland.

Auch das Problem von Vandalismus könne zwar nicht vollständig verschwinden, aber spürbar reduziert werden, so Ksoll. Vernachlässigte, beschädigte oder stark verschmutzte Räume senkten oft die Hemmschwelle für weitere Zerstörung. Dürfen Schülerinnen und Schüler hingegen bei der Gestaltung mitwirken und eigene Vorschläge einbringen, wachse meist auch das Verantwortungsgefühl.

Erst schauen, dann handeln

Das Portal empfiehlt Schulen, zunächst ein Team zu bilden, um Aufmerksamkeit und Wirkung zu erhöhen. Danach solle der Ist-Zustand erfasst werden, etwa durch Umfragen und gemeinsame Rundgänge. Dabei helfen Fragen wie: Wie sieht es hier aus? Wie riecht es? Warum halte ich mich hier ungern auf?

Schultoilette
«Schluss mit Einhalten und ekeligen Erlebnissen», heißt es auf der Startseite der Homepage. Quelle: Jörg Carstensen/dpa

Schlechte Toiletten können krank machen

Der Verein weist zudem auf gesundheitliche Folgen hin. Wenn Toiletten in schlechtem Zustand seien, gingen viele Kinder und Jugendliche seltener dorthin und tränken oder äßen weniger. Mögliche Konsequenzen seien Bauchschmerzen, Verstopfung, Harnwegsinfektionen und sogar Konzentrationsprobleme.

Jakop Zierep von der Bundesschülerkonferenz kritisierte, dass das Thema seit Jahren bekannt sei, aber nicht ernst genug behandelt werde. Neben Sauberkeit fordert er kostenlose Periodenprodukte auf allen Schultoiletten. Außerdem sollten an jeder Schule auch genderneutrale Toiletten verfügbar sein.

Der Berliner Staatssekretär für Schulbau, Torsten Kühne, erklärte, die Hauptstadt arbeite daran, den Sanierungsrückstand an den etwa 700 Schulstandorten abzubauen. In den vergangenen sieben Jahren seien dafür rund sieben Milliarden Euro investiert worden. Zudem seien mehr als 40 Schulen neu errichtet worden.

Reinigung sichtbar machen

Die Website verweist außerdem auf Erfahrungen von Schulen, die ihre Toiletten mindestens zweimal täglich reinigen lassen. Dort werde von besseren Zuständen berichtet. In einigen Städten werde derzeit ausprobiert, Reinigungskräfte fest einzelnen Schulen zuzuordnen und nicht nur abends, sondern auch tagsüber während des laufenden Betriebs putzen zu lassen. Dadurch werde Reinigungsarbeit stärker wahrgenommen, mehr wertgeschätzt und die Schwelle für Verschmutzung steige.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen