Wirtschaft

Bayern droht der Wirtschafts-Kollaps?

Kaum keimt Hoffnung auf, trifft die Wirtschaft der nächste Schlag: Droht der Irankrieg jetzt die zarte Erholung abzuwürgen?

20.05.2026, 13:15 Uhr

Die Hoffnung vieler bayerischer Unternehmen auf eine wirtschaftliche Erholung im Frühjahr hat sich wieder zerschlagen. Nach Angaben des neuen Konjunkturberichts des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags (BIHK) blicken inzwischen alle Branchen erneut pessimistisch auf die kommenden Monate. Damit liegt die Stimmung wieder auf dem Niveau vor dem Regierungswechsel 2025. Zugleich deutet sich branchenübergreifend ein schnellerer Stellenabbau an, besonders in der Industrie, dem wichtigsten Wirtschaftszweig des Freistaats. Grundlage der Auswertung ist eine Umfrage unter rund 3.400 Betrieben aus Industrie, Bau, Dienstleistungen, Handel und Tourismus.

Der BIHK-Konjunkturindex fiel um sechs Zähler auf 101 Punkte. Sowohl die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage als auch die Erwartungen für die nahe Zukunft haben sich gegenüber dem Herbst verschlechtert. Im langfristigen Vergleich ist die Lage zwar nicht so dramatisch wie zu Beginn der Corona-Pandemie oder in der Anfangsphase des Ukraine-Kriegs. Allerdings hält die wirtschaftliche Schwäche nun bereits seit drei Jahren an.

Politik in Deutschland als Belastung

Mehr als 60 Prozent der befragten Unternehmen nannten drei nahezu gleich gewichtete Risiken: die durch den Krieg mit dem Iran gestiegenen Energiepreise, die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen in Deutschland sowie die schwache Nachfrage im Inland. Dahinter folgen mit knapp unter 60 Prozent die hohen Lohnkosten als weiterer bedeutender Unsicherheitsfaktor.

Der BIHK sieht auch die Bundesregierung in der Verantwortung. Hauptgeschäftsführer Manfred Gößl erklärte, dass ausbleibende Reformen und ein erneuter Energieschock das Wachstum deutlich ausbremsen.

Unternehmen rechnen mit weiteren Preisaufschlägen

Nach Einschätzung vieler Firmen müssen sich Unternehmen wie Verbraucher in den kommenden Wochen und Monaten auf zusätzliche Preissteigerungen einstellen. Im Durchschnitt aller Branchen gaben 65 Prozent der Betriebe an, höhere Kosten zumindest teilweise an ihre Kunden weitergeben zu wollen.

Nach BIHK-Einschätzung sind die jüngsten Preisbewegungen an den Tankstellen nur ein erster Hinweis auf breitere Verteuerungen. Diese dürften sich nach und nach entlang der Lieferketten ausbreiten und schließlich auch bei Kunden und Verbrauchern ankommen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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