Mit der Billigung des erweiterten Bewerbungskonzepts durch den Münchner Stadtrat ist die Bewerbung um Olympische Spiele einen weiteren Schritt vorangekommen. Die Unterlagen sollen in den kommenden Tagen beim Deutschen Olympischen Sportbund eingereicht werden. Dort fällt voraussichtlich Ende September die Entscheidung, ob München, Hamburg, Berlin oder die Region Rhein-Ruhr Deutschland für Olympische und Paralympische Spiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044 vertreten soll.
Im Mittelpunkt der Münchner Bewerbung stehen vor allem kurze Wege zwischen Olympischem Dorf und Wettkampfstätten. Zudem setzt die Stadt stark auf Nachhaltigkeit. Unter dem Leitgedanken "zirkuläre Spiele" sollen Abfall und Treibhausgasemissionen möglichst vermieden und alle Bereiche an einer konsequenten Kreislaufwirtschaft ausgerichtet werden.
Geplant ist daher, überwiegend bestehende Anlagen zu modernisieren statt neue Stadien zu errichten. Neubauten wie das Olympische und Paralympische Dorf sowie ein Medienzentrum sollen nach den Spielen als Wohnraum weitergenutzt werden. Darüber hinaus sieht das Konzept Verbesserungen im Nahverkehr vor, etwa durch einen S-Bahn-Nordring oder eine Verlängerung der U4 bis zur Messe.
Unterschiedliche Reaktionen
Aus der SPD-Fraktion kam Zustimmung. Deren sportpolitische Sprecherin Kathrin Abele erklärte, ein möglicher Zuschlag könne nicht nur sportliche Begeisterung auslösen, sondern auch wichtige Impulse für den Wohnungsbau und die Infrastruktur in München geben.
Deutlich kritischer äußerte sich die Opposition. Nach ihrer Ansicht bringt das Konzept keinen echten Modernisierungsschub und bleibt Antworten auf zentrale Probleme bei Verkehr, Infrastruktur und Lebensqualität schuldig. Tobias Ruff, Vorsitzender der Fraktion ÖDP/BK/ML, bemängelte, zehn Mobilitätsmaßnahmen seien für eine Millionenstadt zu wenig. Die Vorschläge wirkten unkonkret, unverbindlich und finanziell nicht solide hinterlegt.
Auch der Fahrgastverband Pro Bahn zeigte sich unzufrieden. Kritisiert wurde insbesondere, dass Projekte wie eine mögliche "Olympia-Tram" zwischen Olympiapark und Olympischem Dorf im erweiterten Konzept nicht mehr auftauchen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion