Wirtschaft

Aus für Hammer: Jetzt schließen die letzten Filialen

Hammer vor dem finalen Aus: Ende Mai schließen die letzten Märkte – für mehr als 1.000 Beschäftigte ist alles vorbei.

20.05.2026, 09:45 Uhr

Hammer stellt Geschäftsbetrieb vollständig ein

Die Fachmarktkette Hammer beendet ihren Geschäftsbetrieb endgültig. Nach Angaben von Insolvenzverwalter Stefan Meyer sollen die verbliebenen 21 Filialen bis Ende Mai schließen. Anschließend werde das Unternehmen abgewickelt. Ein Investor für eine Übernahme und Fortführung habe sich nicht finden lassen.

Die Hammer Raumstylisten GmbH, zu der die auf Raumausstattung und Heimtextilien spezialisierte Marke gehört, hatte bereits im Januar Insolvenz angemeldet. Weil eine tragfähige Perspektive fehlte, wurden schon Ende März 46 Standorte geschlossen, vier Wochen später weitere 20. Ende April erhielten alle rund 1.100 Beschäftigten ihre Kündigung. Meyer sprach von einer „außerordentlich bedauerlichen“ Entwicklung. Zwar habe es mehrere Interessenten gegeben, deren unverbindliche Angebote seien jedoch wieder zurückgezogen worden.

Herausfordernde Bedingungen im Verfahren

Der Insolvenzverwalter beschrieb die Rahmenbedingungen des Verfahrens als „äußerst herausfordernd“. Als Gründe nannte er unter anderem die zweite Insolvenz in kurzer Zeit, das schwierige Marktumfeld im Einzelhandel sowie den finanziellen Zustand des Unternehmens. Nach seinen Worten laufen derzeit noch Gespräche mit Vermietern und branchenfremden Interessenten. Dabei geht es vor allem um die Übernahme von Mietflächen an bisherigen Hammer-Standorten. Ob dabei ehemalige Beschäftigte übernommen werden, ist weiterhin offen.

Pleitewelle im Einzelhandel

Erst im vergangenen Herbst waren die Hammer-Märkte von einem Investorenkonsortium mit dem Namen Rethink übernommen worden. Wer genau dahinterstand, blieb jedoch unklar. Zuvor hatte der frühere Mutterkonzern, die Brüder Schlau Gruppe, im Juni 2025 Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt und wurde später abgewickelt. In diesem Zusammenhang waren bereits zahlreiche Hammer-Filialen geschlossen worden. Die Großhandelssparte Schlau wurde vollständig aufgegeben.

Der Einzelhandel steht insgesamt weiter unter Druck. Ursachen sind vor allem die schwache Konsumstimmung und der zunehmende Wettbewerb durch den Onlinehandel. Zuletzt hatten unter anderem der Non-Food-Discounter Mäc Geiz und die Deko-Kette Depot Insolvenzanträge gestellt. Nach Angaben des Kreditversicherers Allianz Trade gab es im vergangenen Jahr 2.571 Insolvenzen im Einzelhandel – so viele wie seit zehn Jahren nicht mehr. Branchenexperten rechnen damit, dass die Zahl der Pleiten weiter steigen wird.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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